Laienorganisation ZdK will Machtstrukturen in der katholischen Kirche aufbrechen

Die katholische Laienorganisation ZdK fordert Reformen, die die Kirche umkrempeln würden: Abschaffung des Zölibats, Gleichstellung von Frauen und Männern, mehr Laien in Leitungspositionen.

ZdK-Präsident Thomas Sternberg
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ZdK-Präsident Thomas Sternberg


"Das Problem liegt im System": Als Konsequenz aus dem Missbrauchskandal in der katholischen Kirche hat sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) für umfassende Reformen ausgesprochen. "Innerkirchliche, klerikalistische Machtstrukturen müssen zeitnah aufgebrochen werden", heißt es in einem Beschluss, den die ZdK-Vollversammlung in Bonn mit großer Mehrheit verabschiedete.

Die katholischen Laien fordern unter anderem eine Gleichstellung von Frauen und Männern in allen kirchlichen Ämtern sowie die Abschaffung des Zölibats, also der Verpflichtung katholischer Priester zur Ehelosigkeit. Die Kirche solle ihre Sexualmoral neu definieren und "die vielfältigen Lebensformen und Lebenswirklichkeiten positiv anerkennen", heißt es in dem Beschluss. Das ZdK vertritt rund 24 Millionen Katholiken.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hatte im September die Ergebnisse einer Missbrauchsstudie vorgestellt. Demnach sollen zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 Kleriker 3677 Minderjährige missbraucht haben. Zudem hatten die Wissenschaftler in der Studie problematische Strukturen in der katholischen Kirche benannt, die Missbrauch nach wie vor befördern könnten - etwa den Zölibat und eine ausgeprägte klerikale Macht einzelner Geistlicher.

"Tiefe moralische Krise"

"Es ist jetzt und nicht irgendwann die Zeit zum Handeln", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg in Richtung der deutschen Bischöfe. "Wenn sich in der nächsten Zeit nicht Entscheidendes tut, dann wird das verloren gegangene Vertrauen nicht zurückzugewinnen sein." Nach Ansicht des ZdK ist die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals für die Kirche eine Nagelprobe, die zeigen werde, "ob die Institution Kirche diese tiefe moralische Krise bewältigen kann".

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, sagte in Köln zu den Forderungen, die Bischöfe wollten in einen "offenen transparenten Gesprächsprozess" auch über den Zölibat eintreten. "Die Frage der Sexualmoral ist ein Thema, über das offen gesprochen werden muss", sagte der Trierer Bischof. "Ich denke mal, da wird man demnächst zusammenkommen, um zu gucken, was heißt das jetzt für diesen weiteren Weg."

wit/dpa

insgesamt 14 Beiträge
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postit2012 23.11.2018
1. Ein junger Mann, der sich auf den Zölibat einlässt,
hat mindestens ein psychisches Problem. Eine Organisation, die ihren Nachwuchs aus einem solchen Personalpool rekrutiert, sammelt systematisch und mit Vorsatz jede Art von Problemfällen in ihren Reihen. Es ist eigenartig, dass eine Laienorganisation dies erkennt und der Vatikan in den letzten tausend Jahren nicht.
geotie 23.11.2018
2.
Zitat von postit2012hat mindestens ein psychisches Problem. Eine Organisation, die ihren Nachwuchs aus einem solchen Personalpool rekrutiert, sammelt systematisch und mit Vorsatz jede Art von Problemfällen in ihren Reihen. Es ist eigenartig, dass eine Laienorganisation dies erkennt und der Vatikan in den letzten tausend Jahren nicht.
Und wie schwer sich die öffentliche Ermittler damit tun! In jeder Firma oder Institut wird ordentlich ermittelt, hier werden die Samthandschuhe angezogen und ein auf Bittebitte gemacht.
bernhard.wening 23.11.2018
3. Beschluß des ZDK ist zielführend und längst überfällig
Auch wenn es sehr lange gedauert hat : Dank und Glückwunsch an das ZDK und den Präsidenten Prof. Sternberg. Bleiben Sie hart bei den Forderungen nach Abschaffung des Zölibats, Gleichstellung in den Ämtern und mehr Laien. Und fordern Sie die Christen auf , das ZDK aktiv zu unterstützen. Warum nicht eine Revulotion entfachen - Ohne Religionskrieg.
afagus 23.11.2018
4. Reformen sind überfällig
In meiner Seelsorgeeinheit wird permanent mit Wissen des Bischofs kirchliches Recht missachtet, Kritiker werden auch seitens der Diözese mundtot gemacht. Ausbruch aus dem Zölibat wird akzeptiert, solange es inoffiziell bleibt. Daher viel Erfolg dem ZdK bei seinem Vorstoß.
knapi 23.11.2018
5. es ist unerträglich...
wie der laienvetreter einer kriminellen oranisation mit erheblichem mafiösen Charakter nun auf einmal mit Reformen grundlegende Änderungen in der kath. kirche schaffen will. so zu tun als ob man von allem nichts gewußt hat. jeder, der sich mit dem mißbrauchschaos in der kk befaßt konnte sich darüber schon seit jahren in Wikipedia informieren
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