Kemerowo in Sibirien Dutzende Tote bei Brand in Einkaufscenter -  Chef offenbar festgenommen

Menschen sollen aus dem Fenster gesprungen sein: Die Zahl der Toten bei einem Brand in einem sibirischen Einkaufszentrum ist auf 64 gestiegen. Mehrere Menschen wurden einem Bericht zufolge festgenommen.

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Nach einem Brand mit Dutzenden Toten in einem sibirischen Einkaufszentrum sollen drei Menschen festgenommen worden sein. Unter den Festgenommenen sei auch der Direktor des Einkaufszentrums in der Stadt Kemerowo, meldete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Polizeiquellen. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Die Behörden leiteten Ermittlungen wegen "Verletzung der Sicherheitsbestimmungen" ein.

Das Feuer war am Sonntagabend im vierten Stock des Gebäudes ausgebrochen und erfasste eine Fläche von mehr als tausend Quadratmetern des Gebäudes. Die Zahl der Todesopfer sei auf 64 gestiegen, teilten die Behörden mit. Unter den Opfern sind demnach auch neun Kinder.

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Russland: Brandkatastrophe im Shoppingcenter

Ein elfjähriges Kind und eine 18-jährige Frau, die vor den Flammen aus dem dritten Stock in die Tiefe sprangen, erlitten schwere Verletzungen, wie Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa dem Fernsehsender Rossia 24 sagte. Neun weitere Verletzte wurden demnach ins Krankenhaus gebracht.

Mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Ersten Ermittlungen zufolge war das Feuer in dem Shoppingcenter der Industriestadt in einem Kinosaal ausgebrochen. Die Feuerwehr brachte den Brand laut Katastrophenschutz am Montagmorgen unter Kontrolle. Die genaue Brandursache war zunächst nicht bekannt.

Das Dach des Einkaufszentrums stürzte fast vollständig ein. Im obersten Stockwerk beseitigten Feuerwehrleute die Trümmer. Der Sachschaden wird auf umgerechnet mehr als 40 Millionen Euro geschätzt.

Das Einkaufszentrum war erst im Jahr 2013 eröffnet worden. Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Seinem Sprecher zufolge habe er noch am Sonntag angeordnet, Einsatzkräfte mit Spezialausrüstung aus Moskau nach Kemerowo zu schicken. Auch Kanzlerin Angela Merkel drückte ihr Mitgefühl aus. "Die Bundeskanzlerin ist erschüttert von den Bilden und Berichten", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die CDU-Politikerin teile "den Schmerz der Menschen in Kemerowo und spricht ihnen ihre tief empfundene Anteilnahme aus".

Kemerowo liegt in Westsibirien, rund 3000 Kilometer von der russischen Hauptstadt entfernt. Mehr als 500.000 Menschen leben in der Industriestadt, die im Kusbass liegt, Russlands größtem Kohlerevier.

apr/dpa/AFP



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