Kenianische Ehemänner Hungerstreik der Misshandelten

Tausende Männer werden in Kenia jährlich von ihren Ehefrauen misshandelt, wie die Organisation "Entwicklung für Männer" berichtet. Im nationalen Fernsehen rufen die Aktivisten nun zum Streik auf: Die Opfer sollen das Essen boykottieren, das ihre Frauen zubereiten.


Hamburg - Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Kenia schreitet immer weiter voran, nicht zuletzt dank zahlreicher Initiativen der Regierung des ostafrikanischen Landes. Glaubt man der kenianischen Männer-Organisation "Maendeleo Ya Wanaume" (Entwicklung für Männer), hat diese Entwicklung allerdings auch Nachteile. Die zunehmende finanzielle Unabhängigkeit der Frauen sorge für vermehrten Streit zwischen den Ehegatten - der mitunter in Gewalt gegen die Männer endet.

In einer Studie fanden die Aktivisten heraus: Im vergangenen Jahr gaben 4600 Kenianer in der Umgebung der Hauptstadt Nairobi an, von ihren Frauen geschlagen und misshandelt worden zu sein. Die Organisation wirft der kenianischen Regierung vor, diese häusliche Gewalt gegen Männer nicht ernst zu nehmen.

Um dagegen zu protestieren, hat die Gruppe den Misshandelten zum Streik geraten. Sie sollten das von ihren Frauen zubereitete Essen nicht mehr anrühren, empfahl die Gruppe im nationalen Fernsehen. Eine genaue Erklärung über die erhofften Konsequenzen des Hungerstreiks liefert der Beitrag jedoch nicht.

Die Organisation hat inzwischen eine eigene Facebook-Seite, erstellt von Edward Fondo. Als Aufgabe ist dort angegeben: "Kampf gegen Misshandlung durch Frauen."

aar/dpa



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insgesamt 3 Beiträge
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artusdanielhoerfeld 21.02.2012
1. No way!
Häusliche Gewalt, egal von wem sie ausgeht, ist in keinem Fall zu tolerieren. Sie ist die Folge von nicht- oder unterentwickelter sozialer Kompetenz, wenn der Gewalttätige mit selbsterlebter Frustration nicht anders umzugehen weiß, als sie in zerstörerischer Form an Familienmitglieder weiterzugeben. Für betroffene Frauen gibt es zahlreiche Institutionen, die beraten, unterstützen und helfen. Männer hingegen sind nahezu völlig auf sich allein gestellt. In meinem Buch "Die Steinzeitfrau - Damals und Heute" erfahren Sie, warum Frauen so sind, wie sie sind und was man(n) tun kann, um eine dauerhafte, liebevolle und gleichberechtigte Beziehung zu führen.
Student5 21.02.2012
2. Gleichberechtigung?
Was soll das heißen: "Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Kenia schreitet immer weiter voran" ? Gleichberechtigung gibt es doch erst, wenn die Männer nicht mehr geschlagen werden bzw. wenn sie ihre Frauen genauso schlagen dürfen wie umgekehrt. Immerhin tun sie jetzt was. Die Afrikaner sind in machen Dingen eben fortschrittlicher als wir.
Isegrimm66 27.02.2012
3. Häusliche Gewalt gegen Männer ist kein ausschliesslich afrikanisches Problem
Geschätzte Menschen, es ist nicht so, dass nur Männer aus Afrika von ihren Frauen geschlagen werden – auch in Deutschland und der Schweiz werden Männer in relevantem Ausmass Opfer häuslicher Gewalt. Man tut den afrikanischen Frauen Unrecht, wenn man nur sie der häuslichen Gewalt für fähig hält. Seit Längerem weist die Statistik der Stadt Berlin eine Täterinnenquote von etwa einem Viertel Frauen aus. Bei „Herr und Frau Schweizer“ machen die Täterinnen bei vorsätzlicher Tötung 34% aus. Die Politik soll doch bitte nicht so tun als sei häusliche Gewalt gegen Männer ein Problem der Ausländerinnen. Daniel neuhaus, Schweiz Mann als Opfer/häusliche Gewalt gegen Männer Häusliche Gewalt gegen Männer (http://www.mann-als-opfer.com)
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