Kiffer-Demos in den USA Oh Shit!

Amerikas Universitätsstädte unter Marihuana-Schwaden: Am 20. April gehen in den USA traditionell die Cannabis-Aktivisten auf die Straße, um für die Legalisierung der Droge zu kämpfen. Sie bekamen auch noch Unterstützung vom größten lebenden Country-Star des Landes.

AP

Hamburg - "Roll mich ein und rauch mich auf, wenn ich tot bin!" Kann man ein radikaleres Statement abgeben, um für den Cannabis-Konsum zu werben? Willie Nelson, Country-Ikone und seit vielen Jahrzehnten bekennender Kiffer, sang diese Worte seines Songs "Roll Me Up And Smoke Me When I Die", als am Freitag in Austin, Texas eine ihm nachempfundene Bronze-Statue enthüllt wurde.

Austins Bürgermeister nahm das Werk von einer privaten Künstlergruppe entgegen, etwa 2000 Menschen waren anwesend. Ein hoch offizieller Akt also - was der gelösten Stimmung allerdings keinen Abbruch tat: Aus der Menschenmenge stiegen schwere Marihuana-Schwaden auf.

Ein Bild, das am Freitag auch in vielen anderen Städten der USA zu beobachten war. Denn am 20. April veranstalten Cannabis-Aktivisten im ganzen Land (und inzwischen auch außerhalb der USA) die traditionellen "4/20"-Demos, auf denen sie für die Legalisierung der Droge werben - und davon dann auch reichlich konsumieren. Die Wurzeln der Veranstaltung liegen in den frühen siebziger Jahren, als eine Gruppe kalifornischer Teenager sich regelmäßig zum Marihuana-Rauchen traf. Und zwar immer um 16.20 Uhr, also um 4:20 p.m. - daher der Name der Smoke-ins.

An diesem Freitag gingen unter anderem mehrere tausend Aktivisten in Denver, Colorado auf die Straße und in die Parks und unterstrichen dort ihre politischen Forderungen, indem sie den Joint kreisen ließen. Die Wähler im Bundesstaat Colorado können ebenso wie die des Bundesstaates Washington im Herbst darüber abstimmen, ob der Besitz einer geringen Menge Marihuana ab 21 Jahren demnächst legal sein soll.

Während die städtischen Behörden in den meisten Städten die Kiffer-Happenings tolerieren, gab es in Boulder, Colorado dieses Mal strengere Restriktionen. So beschränkte die dort ansässige University of Colorado den Zutritt aufs Campus-Gelände und sperrte den Park ab, in dem das Smoke-in stattfinden sollte. Nach Protesten der Marihuana-Aktivisten wurden drei Personen festgenommen.

Völlig friedlich ging es hingegen auf einem der größten Kiffer-Happenings außerhalb der USA zu: Im kanadischen Vancouver kamen nach Angaben der Veranstalter 10.000 bis 15.000 zusammen - dort ist der Genuss von Marihuana völlig legal.

cbu/AFP

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insgesamt 104 Beiträge
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Seite 1
qvoice 21.04.2012
1.
Keine Macht den Drogen.
toledo 21.04.2012
2.
Na, Hauptsache die Nikotin-Raucher werden allerorten rund gemacht und abgezockt! Am Venice Beach in Los Angeles mit seiner schmuddeligen Hippiekultur wird jetzt schon ohne Ende gekifft und offenbar von den Behörden als Touristenattraktion geduldet. Wehe, der Raucher am Strand steckt sich eine an...
whitewrx 21.04.2012
3.
1. das schreibt sich mit "a" 2. ist es dort nicht legal sondern nur entkriminalisiert
tabvlarasa 21.04.2012
4.
Nein. Keine Macht den Doofen.
sonnix 21.04.2012
5.
In Kanada ist Weed legal? Da muss ich hin :-) Aber im Ernst: ich arbeite viel, zahle brav alle meine Steuern und habe noch nie ein Verbrechen begannen. Aber wenn ich einen rauchen will, werde ich kriminalisiert. Jeder der ich damit ernsthaft befasst wird zu der Erkenntniss kommen, dass die Drogenpolitik dieses Landes ein riesiger Haufen Mist ist.
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