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Klinik in Bremen Frühchen starben an gefährlichem Bakterium

Drei Frühchen sind in einem Bremer Krankenhaus gestorben - offenbar hatten sie sich mit einem gefährlichen Bakterium infiziert. Wie sich die Babys anstecken konnten, ist noch unklar. Zwölf weitere Kinder tragen den Keim in sich, sind aber außer Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Bremen - Nach dem Schock im Bremer Klinikum Mitte kommen die ersten Details an die Öffentlichkeit: Die drei Frühchen starben an Bakterien der Gattung Klebsiella. Zwölf weitere Kinder seien infiziert, sagte Gesundheits-Staatsrat Joachim Schuster auf einer Pressekonferenz. Für diese Kinder bestehe derzeit aber keine akute Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die drei Frühchen starben den Angaben zufolge zwischen August und Oktober. Doch erst heute hatte das Klinikum Bremen-Mitte die Öffentlichkeit informiert und von einem "schweren hygienischen Zwischenfall" gesprochen. Derzeit sei ein Krisenteam des Robert-Koch-Institutes dabei, die Situation zu untersuchen.

"Wir haben natürlich auf der Station Maßnahmen eingeleitet, die eine weitere Verbreitung des Keims verhindern", sagte der Klinikchef Diethelm Hansen. Danach sei die Zahl der Infektionen auch zurückgegangen, bis im Oktober erneut ein Baby daran gestorben sei. "Die Ursache ist extrem schwierig zu finden", sagte Staatsrat Schuster. Die Quelle könnten Menschen, aber auch Gegenstände sein.

Grobe Verletzung der Informationspflichten?

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert nun eine schnelle Aufklärung der Katastrophe. Die zuständige Senatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) müsse in der Gesundheitsdeputation umfassend über die Ursachen der Todesfälle berichten.

Falls sich zwei der drei bekannt gewordenen Todesfälle tatsächlich schon im August ereignet hätten, habe man es "mit einer groben Verletzung der Informationspflichten durch die Gesundheitssenatorin zu tun".

Im August 2010 waren in einer Mainzer Uni-Klinik drei Neugeborene gestorben, nachdem sie eine verunreinigte Nährlösung bekommen hatten. Die Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen ein, da kein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten festgestellt wurde.

Bis zu 40.000 Menschen sterben jährlich, weil sie sich mit Krankenhauskeimen infizieren. Das schätzt die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH).

jbr/dapd

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