Kettensägenalarm Kölner SEK-Beamte sollen nach Auflösung ihrer Einheit randaliert haben

Wegen Mobbingvorwürfen wurde in Köln eine SEK-Einheit aufgelöst. Die Reaktion der betroffenen Beamten: Sie sollen beim Räumen der Büros Möbel zersägt haben. Noch unklar ist die Rolle, die ein Motorrad bei der Aktion spielte.

Spezialeinsatzkommando der Polizei: "Den einen oder anderen Stuhl zersägt"
DPA

Spezialeinsatzkommando der Polizei: "Den einen oder anderen Stuhl zersägt"


Am Dienstag beschloss die Kölner Polizei, eine wegen Mobbingvorwürfen in der Kritik stehende SEK-Einheit aufzulösen. Einige der betroffenen Beamten scheinen diese Entscheidung nicht gut aufgenommen zu haben.

Laut Berichten der "Bild"-Zeitung und des WDR sollen Angehörige des dritten SEK mit einer Kettensäge ihren selbstgestalteten Aufenthaltsraum zerstört haben. Zudem sollen SEK-Beamte nach Bekanntwerden der Einheitsauflösung am Dienstagnachmittag mit einem Motorrad über den Flur gefahren sein.

Die Kölner Polizei prüfe die Medienberichte, sagte ein Sprecher. Ob Beamte alkoholisiert waren, sei noch nicht erwiesen. Sicher sei bisher, dass die Polizisten außerhalb des Gebäudes zusammen zum Abschied gegrillt hätten. Die Beamten hätten private Gegenstände und Möbel aus dem Raum entfernt. Dabei habe es eine "beträchtliche Geräuschkulisse" gegeben.

Zudem sei sicher, dass ein Motorrad aus dem Gebäude geschoben wurde. "Ich will niemanden in Schutz nehmen. Dennoch sollte man mit solchen Vorwürfen vorsichtig sein. Für die Kollegen bricht gerade eine berufliche Welt zusammen", sagte der Sprecher.

"Wir wissen, dass das aufgelöste Kommando in der Dienststelle in Brühl einen Gruppenraum selbst ausgestattet und eingerichtet hatte", sagte Polizeisprecher Karlo Kreitz dem WDR. "Es kann schon sein, dass sie dann auch den einen oder anderen Stuhl zersägt haben." Am Gebäude selbst soll kein Schaden entstanden sein.

ala/dpa



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