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Kölner Zoo

Anwohnerin beklagt lautes Seelöwengebrüll - Ermittlungen

Nächtliches Seelöwengebrüll sorgt derzeit für Unmut bei einer Anwohnerin des Kölner Zoos. Die Dame hat die Behörden auf den Plan gerufen. Jetzt werden Schallschutzmaßnahmen geprüft.

imago/ Scherf

Seelöwe im Kölner Zoo (Archiv)

Mittwoch, 07.03.2018   12:05 Uhr

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Es gibt so einige nächtliche Geräusche, die einem den Schlaf rauben können: das Schnarchen des Ehepartners, der Wäschetrockner des Nachbarn, der bekiffte Techno-Liebhaber im dritten Stock.

Und dann gibt es noch Astrid, Amelie, Lina, Mia und Oz. Die haben es jetzt offenbar so bunt getrieben, dass sie ins Zentrum behördlicher Ermittlungen geraten sind. Wie "Kölner Stadtanzeiger" und "Express" berichten, sollen die fünf Seelöwen die Nachtruhe einer Zoo-Anwohnerin so nachhaltig gestört haben, dass Handlungsbedarf besteht.

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Die Bezirksregierung Köln ordnete eine Untersuchung an - und forderte den Tierpark schon mal auf, Schallschutzmaßnahmen zu prüfen. Der Zoo zeigt sich kooperativ und will per Überwachungskamera herausbekommen, warum die Tiere zwischen 22 und 6 Uhr so laut sind. "Wir sind im guten Austausch mit der Bezirksregierung und suchen einvernehmlich nach Lösungen", teilte der Zoo mit.

Es sei das erste Mal seit 168 Jahren, dass die Behörden tätig würden, sagte Zoodirektor Theo Pagel, der seit 27 Jahren hier arbeitet. "Da gab es den ein oder anderen, der angerufen hat und der meinte: Mensch, das ist im Moment aber gar nicht so schön", sagte Pagel. Aber eine offizielle Beschwerde habe es nie gegeben.

"Dann rufen die Tiere schon mal lauter"

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Die meisten Anwohner würden die Geräusche aus dem nahen Tierpark mögen. "Die sagen, das ist ja wie auf dem Bauernhof." Der Seelöwenfelsen sei 1887 ganz bewusst am äußersten Ende des Zoos errichtet worden. Zurzeit können sich die Seelöwen nachts frei in dem Gehege mit Wasserbecken bewegen.

Etwas lauter werde es in der Regel, wenn die großen Seelöwenbullen in der Brunft seien, sagte Pagel dem "Kölner Stadtanzeiger". "Dann rufen die Tiere schon mal lauter, auch nachts. Was mich bei der Beschwerde wundert, ist: Wir haben zurzeit keinen so ausgewachsenen Bullen." Der einzige Junge, Oz, ist noch drei Jahre alt.

Unabhängig davon, ob der kleine Oz es lautstärketechnisch drauf hat oder nicht: Entsprechend den kommunalen Lärmschutzbestimmungen muss auf die Beschwerde hin eine Prüfung eingeleitet werden. Die Kontrolle erfolgt durch die Experten des übergeordneten Regierungspräsidiums, Abteilung Umwelt.

Der Wille zu einer konstruktiven Lösung des Problems scheint bei allen Beteiligten gegeben. Bis auf die Seelöwen, an denen solche Sorgen ziemlich gut abperlen:

ala

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