Dreier-Ehe in Kolumbien Wenn drei sich lieben

Der Begriff Ehepaar passt hier wohl nicht mehr: In Kolumbien wurde jetzt offiziell die erste Dreier-Ehe geschlossen - eigentlich hätte es sogar eine Vierer-Ehe werden sollen.

John Alejandro Rodríguez Ramírez, Manuel José Bermúdez Andrade und Victor Hugo Prada (v. l.)
DPA

John Alejandro Rodríguez Ramírez, Manuel José Bermúdez Andrade und Victor Hugo Prada (v. l.)


Während in Deutschland noch über die Homo-Ehe debattiert wird, ist man in Kolumbien schon weiter. In Medellín haben drei Männer die erste notariell beglaubigte "Dreier-Ehe" geschlossen.

"Wir leben zusammen, teilen Haus, Bett, alles. Wir leben die Vielliebe", sagte der Schauspieler Víctor Hugo Prada Ardila dem Radiosender Caracol mit Blick auf seine Ehepartner Manuel José Bermúdez Andrade und John Alejandro Rodríguez Ramírez.

Das Liebestrio war eigentlich ein Quartett. Der vierte Partner starb jedoch an Krebs. Bei der Hochzeit wurde besonders an ihn erinnert. Zwei Notare hatten die drei Männer noch abgewiesen. Erst ein dritter Notar akzeptierte den Antrag problemlos.

Dabei hatte Prada gerade bei diesem Notar die geringste Hoffnung. In dessen Büro hing nämlich eine Jesus-Figur. Aber alles klappte: "Es gab eine offizielle Unterzeichnung des Dokuments und wir brachten vier Trauzeugen mit."

2016 wurde die Homo-Ehe in Kolumbien gegen starken Widerstand der Kirche zugelassen. Danach waren die Richter und Notare des Landes angewiesen worden, Eheschließungen zwischen zwei Männern oder Frauen nicht mehr abzulehnen. Zu Dreier-Ehen gab es bisher jedoch keine Reglungen.

In Südamerika ist die Homo-Ehe neben Kolumbien bisher in Brasilien, Argentinien und Uruguay legal. Dreier-Ehen hingegen sind weltweit noch selten. In Rio de Janeiro heirateten 2015 drei Frauen, was in Brasilien zu Debatten führte.

asz/dpa



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