Kommunion Konservative Priester lehnen Vorstoß der Bischofskonferenz ab

Die deutsche Bischofskonferenz will wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulassen - zumindest in Einzelfällen. Nach Informationen des SPIEGEL regt sich unter konservativen Priestern Widerstand.

Kardinal Gerhard Ludwig Müller
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Kardinal Gerhard Ludwig Müller

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Gegen den Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz, wiederverheirateten Geschiedenen im Einzelfall die Kommunion zu erlauben, regt sich Widerstand unter konservativen Priestern und Gläubigen. Vertreter des Netzwerks katholischer Priester, des deutschen Opus Dei, der Legionäre Christi und anderer strenggläubiger Gruppen sprechen von "Spaltung in den Pfarreien" und einer "Verdunkelung des Ehesakramentes".

Bei der Zulassung von "Menschen, die eine Todsünde begangen haben", gehe es nicht um "ein Gebot der Barmherzigkeit", so ein Geistlicher des deutschen Priesternetzwerks, "sondern um die Lehre der Kirche". (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Ihr Protest wird in Rom von Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller unterstützt, der das Bischofswort als inakzeptable Säkularisierung der Ehe kritisierte. Den Bischöfen warf er "Verwirrung" vor. Sie dürften den Papst nicht interpretieren, denn das würde "eine Umkehrung der Struktur der katholischen Kirche bedeuten".

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte mit ihrer Entscheidung, das grundsätzliche Kommunionsverbot für wiederverheiratete Geschiedene aufzuheben, auf das Papstschreiben "Amoris laetitia" mit Modernisierungsideen zu Ehe und Familie in der katholischen Kirche reagiert.

Auch der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa hat sich inzwischen eher distanziert zu einer Öffnung der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene geäußert. "Ich würde mich der Äußerung des Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, anschließen: Bischöfe haben den Papst nicht zu interpretieren", sagte Zdarsa. Darum kann eine Weisung von Bischöfen, welcher Art sie auch ist, wie sie verstanden wird oder wie man sie verstehen will, nicht über dem sein, was der Papst in seinem Schreiben vorgegeben hat." Die Bischofskonferenz habe jetzt allen Priestern eine "immense Verantwortung" zugeschoben.

Weil für die katholische Kirche die Ehe als unauflösbar gilt, sprechen Kritiker bereits von einem faktischen Schisma, das sich durch die Weltkirche ziehe. Denn die Initiative des Papstes hat auch weltweit ein sehr unterschiedliches Echo ausgelöst. In den USA gibt es etliche Diözesen, in denen der Reformkurs gefahren wird, aber das Erzbistum Philadelphia etwa hält daran fest, alle wiederverheirateten Geschiedenen müssten nach wie vor ganz auf Sex verzichten.

Auch der ehemalige Kurienkardinal und Erzbischof von St. Louis, Raymond Leo Burke, gehört zu den entschiedenen Gegnern und hat mit weiteren Kardinälen eine formale Ermahnung von Papst Franziskus angekündigt - laut Burke ein in der Kirchengeschichte äußerst seltener Akt.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - erhältlich ab Donnerstagmorgen. Die neue Ausgabe des digitalen SPIEGEL können Sie diese Woche bereits am Mittwoch ab 16 Uhr herunterladen.

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Seite 1
plasmopompas 03.02.2017
1.
"Vergib ihnen Herr, denn Sie wissen nicht was sie tun!"
granter 03.02.2017
2. tiefstes Mittelalter
Wer eine Scheidung als Todsünde bezeichnet und die Betroffenen mehr oder wenig aus der katholischen Kirche ausschließt der ist einfach nur verknöchert und Dumm. Man muß sich bei solch einer Sturheit fragen, ob Kinderschändung von Priestern auch eine Todsünde ist. Warum? Viele dieser Täter verschwinden für einige Zeit hinter Klostermauern und dürfen aber weiter das Priesteramt ausüben. Für mich ist diese Kirche, die Barmherzigkeit predigt, selbst aber Unbarmherzig bis ins Mark ist, gestorben !
see_baer 03.02.2017
3. sie arbeiten
an der eigenen Bedeutungslosigleit
Rosenhag 03.02.2017
4.
Die mangelnde Glaubensfestigkeit selbst der Bischöfe lässt auf den kommenden Weltuntergang schließen.
Mieze Schindler 03.02.2017
5. Müssten die Funktionäre dieser Katholischen Kirche denn nicht froh sein
über jeden Menschen, der ihre Gottesdienste noch besucht, angesichts stark schwindender Besucherzahlen? Statt dessen wird aussortiert. Selbst schuld, desto schneller ist die Kirche ganz leer.
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