Kunst-Auktion Gemälde eines Schimpansen erzielt 14.000 Pfund

Ob Affen nun eine künstlerische Ader haben oder nicht - mit den Malkünsten von Schimpansen lässt sich eine Menge Geld verdienen. Drei Gemälde des Schimpansen "Congo" wurden jetzt in London für rund 14.000 Pfund versteigert - mehr als die Werke von Renoir und Warhol erzielten.


Ein "Congo": Der Schimpanse malte das Bild 1957
AFP

Ein "Congo": Der Schimpanse malte das Bild 1957

London - Das Londoner Auktionshaus Bonhams hatte die Bilder von "Congo", der schon 1964 gestorben ist, neben Werken von Pop-Art-Guru Andy Warhol und dem Impressionisten Auguste Renoir feilgeboten. Die Warhols und Renoirs wurden verschmäht, für die Congos boten die Händler zehn Mal mehr als erwartet. Den Zuschlag erhielt der Amerikaner Howard Hong, der sich als begeisterten Sammler moderner und zeitgenössischer Kunst beschrieb.

14.400 Pfund (21.515 Euro) legte er für die drei abstrakten Temperagemälde hin. "Wir wussten nicht, was diese Bilder wert waren", sagte Howard Rutkowski, Direktor des Auktionshauses. "Wir haben sie zu unserer eigenen Freude ins Programm genommen."

Der Schimpanse Congo, der in den fünfziger Jahren als "Cézanne der Affenwelt" gefeiert wurde, hatte die Bilder 1957 als Dreijähriger gemalt. "Ich glaube nicht, dass jemals zuvor Schimpansen-Kunst versteigert wurde", sagte Ruthkowski, der bei Bonhams Spezialist für moderne Kunst ist. "Wahrscheinlich halten uns andere Auktionshäuser für vollkommen verrückt." Congo wurde in den späten Fünfziger durch eine Ausstellung seiner Bilder in London bekannt, die der Zoologe Desmond Morris organisiert hatte. Morris, der im britischen Fernsehen Tiersendungen moderierte, war überzeugt, dass auch Affen über eine künstlerische Ader verfügen. Congo malte nach Angaben seiner Fans nie über das Papier hinaus und wusste immer, wann er fertig war.

14.000 Pfund für drei Gemälde aus Affenhand
AFP

14.000 Pfund für drei Gemälde aus Affenhand

Congo kam 1954 zur Welt. Im Alter von zwei bis vier Jahren machte er 400 Zeichnungen und Bilder. Er starb mit zehn Jahren an Tuberkulose. Damals riefen die Bilder nicht nur Bewunderung sondern auch Hohn und Ablehnung der Kritiker hervor. Bei Pablo Picasso soll allerdings ein Congo an der Wand gehangen haben.



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