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Flüchtlingshilfe per Fischkutter: "Sea-Eye" sticht in See

Die Crew des Kutters: Will 1000 Quadratkilometer im Mittelmeer überwachen Zur Großansicht
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Die Crew des Kutters: Will 1000 Quadratkilometer im Mittelmeer überwachen

Ein Regensburger Unternehmer will mit weiteren Freiwilligen Flüchtlinge retten, die vor Italien in Seenot geraten. Nun ist die Gruppe mit dem Fischkutter "Sea-Eye" ausgelaufen.

Vom Rostocker Stadthafen aus ist ein ehemaliger Fischkutter aufgebrochen, um im Mittelmeer in Seenot geratenen Flüchtlingen zu helfen. Die "Sea-Eye" des Regensburger Unternehmers Michael Buschheuer wurde vor dem Auslaufen getauft. Buschheuer rechnet damit, dass die Besatzung ab Mitte April ihre Arbeit vor der italienischen Insel Lampedusa aufnehmen kann.

Fünfeinhalb Monate soll der Einsatz auf dem hochseetauglichen Schiff zunächst dauern. Die Besatzung soll nach jeweils etwa zehn Tagen auf See ausgetauscht werden. Im Mittelmeer sind bereits mehrere private Rettungsschiffe unterwegs, darunter die von "Sea Watch". Von Polizisten und Grenzschützern werden die freiwilligen Helfer häufig schikaniert.

Trotzdem will die Besatzung der "Sea-Eye" künftig ein knapp 1000 Quadratkilometer großes Einsatzgebiet überwachen. Werde ein in Not geratenes Flüchtlingsschiff gesichtet, wolle die Besatzung den Notruf SOS absetzen, sagte Buschheuer. Damit könne die Seenotrettung erzwungen werden.

Bis zum Eintreffen von Rettern und der Küstenwache sichere die "Sea-Eye"-Besatzung das Überleben der Menschen. "Nur im Notfall werden wir Flüchtlinge auf unserem Kutter aufnehmen", sagte Buschheuer, der das bayerische Flüchtlingsprojekt leitet.

Der gut 24 Meter lange Kutter "Sea-Eye" war vor dem Auslaufen umgebaut worden. Sein 74 Kubikmeter großer Laderaum ist mit rund 700 Schwimmwesten und Rettungsinseln für 400 Menschen sowie mit Wasser und Nahrung gefüllt.

"Sea Eye"-Initiator Michael Buschheuer: "Moralisches Versagen ist durch nichts zu rechtfertigen" Zur Großansicht
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"Sea Eye"-Initiator Michael Buschheuer: "Moralisches Versagen ist durch nichts zu rechtfertigen"


apr/dpa

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