L'Oréal-Erbin Bettencourt Gericht entmündigt Frankreichs reichste Frau

Sie hat den Kampf verloren: Französische Richter haben die Milliardärin Liliane Bettencourt entmündigt. Vormund wird ihr Enkel, die Finanzverwaltung übernimmt ihre Tochter. Mit ihr hatte sich die alte Dame erbittert gestritten.

Liliane Bettencourt am 12. Oktober in Paris: Entmündigung beschlossen
AFP

Liliane Bettencourt am 12. Oktober in Paris: Entmündigung beschlossen


Paris - Die reichste Frau Frankreichs darf nicht mehr selbst entscheiden: Ein Vormundschaftsgericht in Paris hat die fast 89-jährige L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt entmündigt. Das teilten ihre Anwälte und ihre Tochter Françoise Bettencourt-Meyers am Montag in Courbevoie bei Paris mit.

Einem medizinischen Gutachten zufolge leidet Bettencourt an Demenz. Ihr ältester Enkel Jean-Victor Meyers übernehme nun die Vormundschaft, hieß es. Die Verwaltung ihres Milliardenvermögens werde der Tochter und ihren zwei Enkeln übertragen. Die Anwälte Bettencourts kündigten an, gegen diese Entscheidung in Berufung zu gehen. Ein im vergangenen Jahr erzieltes Schlichtungsabkommen wurde kürzlich gebrochen.

Die Tochter hatte monatelang einen erbitterten Familienstreit mit ihrer Mutter geführt, weil sie die alte Dame von Mitarbeitern und Beratern ausgebeutet sah. So hatte die einzige Tochter der L'Oréal-Milliardärin dem Künstler François-Marie Banier vorgeworfen, ihre Mutter um fast eine Milliarde Euro für Gemälde, Immobilien, Lebensversicherungen und Schecks erleichtert zu haben. Mehrere Versuche von Françoise Bettencourt-Meyers, ihre Mutter entmündigen zu lassen, waren vorher gescheitert.

Im Juni hatten Ärzte in einem Gutachten festgestellt, die Milliardärin leide unter Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen. Liliane Bettencourt selbst hatte angekündigt, im Fall einer Entmündigung ins Ausland zu gehen. "Wenn sich meine Tochter um mich kümmert, werde ich ersticken", sagte sie der Zeitung "Journal du Dimanche".

Der Familienstreit hatte eine Reihe von Affären ausgelöst, die im vergangenen Jahr auch die konservative Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy erschütterten. Neben Steuerhinterziehung wurde der L'Oréal-Hauptaktionärin vorgeworfen, illegale Parteispenden an die konservative Regierungspartei UMP übergeben zu haben. So soll Sarkozy im Präsidentschaftswahlkampf 2007 150.000 Euro von Bettencourt erhalten haben.

jbr/AFP

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