München - Die Situation ist jedem, der Kinder hat, gut bekannt: Man fährt Bahn, den Kleinen ist langweilig, sie fangen an, durch die Gänge zu toben und sich mit Gleichaltrigen zu einer lauten Horde zu vereinen. Einige Fahrgäste reagieren genervt, die Eltern ermahnen den grölenden Nachwuchs, der Krach bleibt.
In einem Eurocity von Salzburg nach München ist am Sonntag eine solch alltägliche Situation eskaliert. Wie die Bundespolizei Rosenheim berichtet, fühlte sich ein 40-jähriger Mann vom Krach mehrerer in seinem Abteil spielender Kinder derart belästigt, dass er handgreiflich wurde. "Der Mann hatte die Kinder zweimal zur Ordnung gerufen. Dann schlug er einem dreijährigen Jungen von hinten auf den Kopf, so dass dieser nach vorn fiel", sagte ein Bundespolizeisprecher SPIEGEL ONLINE. Das Kind erlitt Prellungen im Gesicht.
Als die erboste Mutter den Mann zur Rede stellte, ging dieser auch auf sie los und schlug ihr mitten ins Gesicht. Das Bahnpersonal informierte daraufhin die Notfallleitstelle. Die Bundespolizei vernahm den Mann aus Karlsruhe und ließ ihn später wieder auf freien Fuß.
"Er war sehr erregt, weil er sich laut eigener Aussage nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren konnte", sagte der Bundespolizeisprecher. In der Vernehmung habe der 40-Jährige keine Reue gezeigt und vielmehr betont, dass er sich im Recht fühle. Er habe dem Buben zudem nur einen "leichten Klaps" verpasst. Jetzt muss sich der Angreifer wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten.
ala
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