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Lehren aus dem Missbrauchskandal Schutz gegen das System der Sünde

Die Kanzlerin fordert Aufklärung, Kirche und Politik sind unter Druck: Die Wut über den Missbrauchskandal ist groß. Doch was muss jetzt passieren? SPIEGEL ONLINE analysiert, welche Lücken im System Pädophile nutzen, wo Schulaufsicht und Strafrecht versagen - und was sich im Unterricht ändern muss.

Regensburger Dom: Viele Fragen an die katholische KircheZur Großansicht
dpa

Regensburger Dom: Viele Fragen an die katholische Kirche

Was sich in Deutschland seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg Ende Januar abspielt, hat die Republik noch nicht erlebt. Das Tabuthema Missbrauch ist keines mehr. Hunderte Opfer melden sich zu Wort - täglich werden neue Fälle aufgedeckt.

Ehemalige Internats- und Klosterschüler, Heimkinder, Chorknaben und Absolventen vermeintlicher Musterschulen trauen sich nun, oft Jahrzehnte nach dem erlittenen Missbrauch, das Erlittene zu schildern. Sie tun dies mit einer Intensität, die ahnen lässt, wie schwer es sein wird, das Leid zu lindern.

Institutionen wie die katholische Kirche geraten unter Druck, Kanzlerin Angela Merkel fordert "Wahrheit und Klarheit über alles, was passiert ist". Doch auch die Politik ist gefordert - denn viele Fragen stehen im Raum:

  • Muss das Strafrecht geändert werden? Sexueller Missbrauch unterliegt nicht der Anzeigepflicht und verjährt oft schneller, als die Opfer über die Taten zu sprechen bereit sind.
  • Wo sind die Fehler im System - wie bricht man mit der Praxis des Schweigens?
  • Wieso gibt es immer noch Schlupflöcher für vorbelastete Lehrer im Schuldienst?
  • Wie kann man Kinder warnen, ihnen die Angst davor nehmen, über das Thema zu reden? Wie kann man Lehrer sensibilisieren?

SPIEGEL ONLINE spricht mit Experten - welche Änderungen wirklich Sinn hätten, um Kinder besser zu schützen und die Täter zu bestrafen:

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