Libby Lane Kirche von England ernennt erste Bischöfin

Die anglikanische Kirche von England hat erstmals eine Frau ins Bischofsamt berufen: Libby Lane wird künftig Bischöfin von Stockport in der Diözese Chester sein. Premierminister Cameron sprach von einem historischen Ereignis.

Bischöfin Libby Lane: "Geehrt und dankbar"
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Bischöfin Libby Lane: "Geehrt und dankbar"


London - "Es ist ein außerordentlicher Tag für mich und auch ein historischer Tag für die Kirche", sagte Libby Lane. Sie ist die erste Frau, die von der anglikanischen Kirche ins Bischofsamt berufen wurde. Lane wird künftig Bischöfin von Stockport in der nordenglischen Diözese Chester sein, wie die Kirche von England mitteilte.

Die Mutterkirche der anglikanischen Weltgemeinschaft vollzieht damit einen Schritt, den viele ihrer Tochterkirchen bereits Jahrzehnte zuvor gegangen sind: Anglikanische Bischöfinnen gibt es unter anderem in den USA, in Australien und Indien. In England hatte es lange Vorbehalte gegeben, ehe die Generalsynode im Juli den Weg frei gemacht und das Kirchenparlament im November den Beschluss in Kirchenrecht umgesetzt hatte.

"Es ist eine unerwartete Freude für mich, heute hier zu sein", sagte Lane, 48. Sie sei "geehrt und dankbar". In ihrer ersten Amtshandlung als Bischöfin setzte Lane eine Schweigeminute für die Opfer des Taliban-Angriffs auf eine pakistanische Schule an. Bei dem Überfall am Dienstag waren mehr als 140 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Schüler.

Großbritanniens Premierminister David Cameron nannte die Ernennung Lanes "historisch". Die Personalie sei bereits von Königin Elizabeth II., dem Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, bestätigt worden. Es sei "ein wichtiger Schritt der Kirche in Richtung mehr Gleichberechtigung in ihren höheren Rängen", sagte Cameron.

Lane hatte 1994 gemeinsam mit ihrem Ehemann George die Priesterweihe erhalten. Er arbeitet als Flughafenpfarrer am Airport von Manchester. Libby Lane ist nach Angaben der Kirche von England eine bekennende Unterstützerin des Fußballklubs Manchester United.

aar/dpa/AFP

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insgesamt 10 Beiträge
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SirWolfALot 17.12.2014
1. Wird auch Zeit
Wenn das Kirchenoberhaupt eh schon eine Frau ist.
Gregor Weißenborn 17.12.2014
2. Schwachsinn
bleibt Schwachsinn! - Auch wenn ihn eine Frau verzapft!
Khaled 17.12.2014
3. Bizarr
Viel mehr als das Wort "bizarr" ist mir zur "Anglikanischen Kirche" eigentlich noch nie eingefallen. Ich habe ja weitreichendes Verständnis für die religiösen Marotten aller möglichen Völker (die meisten Menschen sehnen sich nun einmal nach transzendenten Erfahrungen, ich ja auch); aber ein Monarch als Oberhaupt der Staatskirche eines im Grunde längst untergegangenen Imperiums? Geht es noch anachronistischer, und muss ich das ernstnehmen?
Zaphod 17.12.2014
4. Katholisierungsdruck
Die Ernennung einer Bischöfin dürfte nun den Trend zum Übertritt zum Katholizismus nachhaltig stärken. Denn mit einem weiblichen Bischof entfernt sich die anglikanische Kirche noch mehr von der katholischen Kirche - und dies dürfte vielen missfallen, da dadurch die Glaubenswahrheit nachhaltig gefährdet ist.
bonngoldbaer 17.12.2014
5. Nicht korrekt
Zitat von SirWolfALotWenn das Kirchenoberhaupt eh schon eine Frau ist.
Die Queen ist lediglich "temporal head" der Kirche, also so etwas wie eine Verwaltungsleiterin. Das eigentliche Oberhaupt ist seit der Christianisierung Englands der Erzbischof von Canterbury.
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