Katholische Kirche: Limburger Bischof verkaufte Immobilienpaket ans eigene Bistum

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat Immobilien des Bischöflichen Stuhls ans eigene Bistum verkauft. Nun gibt es den Verdacht, der Kirchenmann habe so seinen neuen umstrittenen Prunkbau finanzieren wollen. Tebartz-van Elst weist dies zurück.

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Sascha Ditscher

Bischof Tebartz-van Elst: Immobilientransaktion wirft Fragen auf

Hamburg - Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat ein Immobilienpaket des Bischöflichen Stuhls ans eigene Bistum verkauft. Laut Kaufvertrag veräußerte der Hirte bereits zum 1. Januar 2010 als Hauptgesellschafter den Anteil am Gemeinnützigen Siedlungswerk in Frankfurt am Main, das rund 7500 Wohnungen bewirtschaftet.

Der Ertrag floss wiederum in die Kasse des Bischöflichen Stuhls. Darin sind für Tebartz-van Elst Erträge verfügbar, über die er keinerlei Rechenschaft ablegen muss; nicht einmal die Finanzämter nehmen Einblick. Wie viel Geld sein eigenes Bistum für diese Gesellschaftsanteile im Wert von geschätzt 6,7 Millionen Euro bezahlen musste, mochte Seine Exzellenz auf Nachfrage nicht preisgeben,

Tebartz-van Elst lässt in Limburg zurzeit für über 5,5 Millionen Euro eine luxuriöse Bischofsresidenz für sich und seine Mitarbeiter errichten; die mehrfach gestiegenen Kosten begleicht er nach eigenen Angaben aus dem Vermögen des Bischöflichen Stuhls. In Limburg gibt es nun den Verdacht, der statusbewusste Bischof wolle mit dem Verkauf der Wohnungen die Mehrkosten für seinen neuen Prunkbau finanzieren. Doch der bestreitet das: "Das hatte ganz andere Gründe." Er habe sich unter anderem nicht mehr mit den Klagen von Mietern befassen wollen, dafür habe das Bistum "die bessere Infrastruktur".

Erst jüngst hatte der Limburger Bischof wegen eines Erste-Klasse-Flugs nach Indien für Schlagzeilen gesorgt. Dort hatte er gemeinsam mit seinem Generalvikar Franz Kaspar soziale Projekte besucht. Die rund 8000 Euro teure Reise in die Slums hatte massive Kritik ausgelöst.

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mik

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insgesamt 233 Beiträge
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1. Nicht mal das Finanzamt........
herr_kowalski 26.08.2012
Zitat von sysopDer Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat nach SPIEGEL-Informationen Immobilien des Bischöflichen Stuhls ans eigene Bistum verkauft. Nun gibt es den Verdacht, der Kirchenmann habe so seinen neuen umstrittenen Prunkbau finanzieren wollen. Tebartz-van Elst weist dies zurück. Limburger Bischof verkaufte Immobilienpaket ans eigene Bistum - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,852144,00.html)
Ein perfekters Beispiel für einen Staat im Staate. Auf Kosten der Armen.
2. was soll
Broeselbub 26.08.2012
man dazu sagen? Diese Sekte ist geldgeil. Warum müssen die eigentlich keine Steuern zahlen wie jeder normale Bürger auch. Ist dieser Staat schon so tief mit diesem Unternehmen verwurzelt? Ach ja da steht ja ein C im Parteinamen. Was immer das auch zu bedeuten hat. Die ursprüngliche Bedeutung hat dieses C längst verloren.
3. Wohltätige Zwecke
tripelkonzert 26.08.2012
Jeer Deutsche Katholik muss sich fragen lassen, warum er immer noch Geld in Form von Kirchensteuer an die Kirche zahlt. Soviel mehr Gutes könnte er tun mit einer Überweisung an "Ärzte ohne Grenzen" oder das Rote Kreuz, um nur mal zwei Beispiele zu nennen. So aber bleibt Deutschland die zweitgrößte Einnahmequelle des Vatikans.
4. Luxusgebäude des Bischofs
osz 26.08.2012
Die katholischen Amtsträger solltn sich mal ein Beispiel am Lebensstil ihres vor ca. 2000 Jahren verstorbenen Chefs nehmen. Aber so ist es oft mit den Stellvertretern und Subalternen: Sie leisten sich mehr als der fürs Business hauptverantwortliche Chef und sind bei Verfehlungen ihrereigenen Untergebenen gnadenlos..
5. Da haben Seine Zweckcellenz
Bono Beau 26.08.2012
ja einen höchst diskreten Weg gefunden, sich der Sorgen seiner Mieter zu entledigen. Ist in der Ersten Klasse auch au gout, sich mit Besitzlosen zu befassen. Das muss man verstehen. Und wer versteht, geht.
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