Friedhof in London Grabstätte von Karl Marx geschändet

Unbekannte haben erneut das Grab des Philosophen und Ökonomen Karl Marx am Londoner Highgate-Friedhof beschädigt. Die Täter hinterließen eine politische Botschaft.

Geschändetes Grab von Karl Marx
REUTERS

Geschändetes Grab von Karl Marx


Über Denkmäler für Karl Marx gibt es regelmäßig Streit - wie etwa in Trier über die fünfeinhalb Meter hohe Statue, die China 2018 der Geburtsstadt des Philosophen schenkte. Ein Jahr nach dem 200. Geburtstag des Ökonomen ist in London bereits zum zweiten Mal das Grab des Mitbegründers des Kommunismus geschändet worden.

Unbekannte haben mit roter Farbe unter anderem den Schriftzug "Architekt des Genozids" auf Marx' Grabmal geschrieben, wie die Verwaltung des Highgate-Friedhofs auf Twitter mitteilte. Mit einer weiteren Inschrift bezeichneten sie die Grabstätte als "Denkmal für den bolschewistischen Holocaust von 1917 bis 1953" - und bezogen sich damit auf die Zeit zwischen der russischen Revolution und dem Tod Stalins.

Friedhofsverwaltung empört

Marx hatte seit Mitte des 19. Jahrhunderts in London gelebt. Er starb dort 1883. Sein Grabmal steht als eines der wichtigsten historischen Monumente in Großbritannien unter Denkmalschutz.

Die Täter beschädigten an dem Denkmal auch eine Marmorplatte, die das älteste und empfindlichste Teil des Denkmals ist. Sie war bereits Anfang Februar von Unbekannten eingeschlagen worden. Den Angaben zufolge wurde auch diesmal wiederholt mit einem stumpfen Metallgegenstand auf die Platte eingeschlagen.

Die Friedhofsverwaltung bezeichnete den Angriff als "unsinnig, dumm und ignorant". Die Beschädigung der Grabstätte sei nicht der richtige Ort, um seine Meinung über Marx zu äußern.

apr/AFP



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