Nordbayern Flüchtlingsunterkunft wird nach Streitigkeiten geräumt

Rund 20 Flüchtlinge waren in Mainstockheim untergebracht. Doch nach massiven Bedrohungen wurde die Unterkunft nun geräumt. Anwohner sollen sich mit Schlagwerkzeugen bewaffnet und vor dem Heim gelauert haben.


Nach Streitigkeiten zwischen Asylbewerbern und Anwohnern wird eine Flüchtlingsunterkunft im nordbayerischen Ort Mainstockheim geräumt. Die rund 20 Flüchtlinge aus dem Kosovo würden auf andere Unterkünfte in der Region verteilt, sagte ein Sprecher der Regierung von Unterfranken und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Mit der vorübergehenden Räumung wolle man zur Entspannung der Situation in Mainstockheim beitragen. "Es bedeutet nicht, dass die Einrichtung stillgelegt wird", sagte der Sprecher.

Laut Bayerischem Rundfunk waren in den vergangenen Tagen bereits vier Flüchtlinge umgesiedelt worden, die für Unruhe gesorgt hatten. Sie sollen für Übergriffe und Sachbeschädigungen verantwortlich gewesen sein.

Am Wochenende war es dann wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen Asylbewerbern und Anwohnern gekommen. Am Sonntagnachmittag hatte sich die Stimmung immer weiter aufgeheizt, ein Mann wurde schwer verletzt. Am Abend hatten sich nach Polizeiangaben etwa 300 Menschen in dem Weinort versammelt. Laut "Main Post" befanden sich in der Menge auch Personen, welche die Polizei der rechten Szene zuordnet.

Bereits in der Nacht zum Freitag hielten sich Anwohner vor dem Flüchtlingsheim auf, manche hatten Schlagwerkzeuge dabei. Die Bewohner sollen sich mit Stuhlbeinen bewaffnet haben. Die Polizei verhinderte ein Aufeinandertreffen beider Gruppen.

gam/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
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Seite 1
lemmy 27.07.2015
1. Eindimensional
Die Darstellung der Ereignisse in diesem Artikel ist mehr als fragwürdig. Die genauem Umstände, und wer da gegen wen agiert hat, ist noch völlig unklar. Denn bis zu dem besagten Vorfall waren die Bewohner des betr. Ortes bestens mit den Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft ausgekommen. Man half und unterstützte sich gegenseitig. Dann sind wohl andere Flüchtlinge aus einem anderen Ort aus der näheren Umgebung dort aufgetaucht, haben sich sogar illegal in der Unterkunft einquartiert. Im selben Zeitraum kam es dann zu einigen Übergriffen, an einer Tankstelle und im Freibad. In beiden Fällen ging es um sexuelle Belästigung von Frauen. Dann sind die Gemüter quasi über nacht hoch gekocht, auf beiden Seiten. Aber wie schon erwähnt, genaues wird von Polizei noch ermittelt. Das sollte man zunächst mal abwarten, bevor man hier eine Stimmung erzeugt, die der Sachlage absolut nicht gerecht wird. Das gilt übrigens für beide Seiten der Medaille.
hatschon 27.07.2015
2. Armes Deutschland
Da kapituliert die Staatsmacht vor dem Pöbel, das sind ja schon fast Weimarer Verhältnisse . Traurig aber wahr .
Over_the_Fence 27.07.2015
3. Wortwahl & Vollständigkeit des Berichtes
Wie man aus anderen Quellen zum Fall nachlesen kann, handelt es sich um eine Unterkunft, die von Kosovaren belegt ist. Im Kosovo gibt es keinen Krieg, also handelt es sich hier um Migranten, und nicht Flüchtlinge. SPON könnte sich hier - wie andere deutsche Zeitungen auch - ein Beispiel an der französischen Presse nehmen, die Migranten auch Migranten nennt. Der Vorfall würde beim Leser auch eine andere Wirkung erzielen, wenn SPON nicht nur von Personen, die der rechten Szene zuzuordnen sind, berichten würde, sondern auch Details wie diese: "Auf der anderen Seite klagten Nachbarn bereits bei der Bürgerversammlung im Juni, in der Gasse würden Räder und Fahrradteile kreuz und quer herumliegen. Die Männer würden Müllsäcke vom Balkon in die Gasse werfen. Teilweise gebe es bis in die frühen Morgenstunden bei offenen Fenstern laute Gespräche und Musik sowie nächtliche Polizeieinsätze. Seitdem hat sich die Lage stetig verschärft. Kitzinger Bürger berichten dieser Zeitung, dass eine kleine Gruppe der Asylbewerber im Kitzinger Schwimmbad mehrfach negativ aufgefallen war, so dass an zwei Tagen hintereinander die Polizei kam. Es soll es auch um die Belästigung von weiblichen Badegästen gekommen sein. Als ein einheimischer Badegast ihr zu Hilfe eilte, wurde er niedergeschlagen. Bei der Suche nach den Tätern kam es nach Augenzeugenberichten zu einer spektakulären Verfolgungsjagd durch die Polizei zu Fuß durch das Schwimmbad-Gelände. Am Abend darauf soll die gleiche Personengruppe in einer Bar in der Kitzinger Innenstadt randaliert haben. Die Polizei hatte dies in Presseberichten ausdrücklich ohne Nennung irgendeiner Nationalität berichtet, um keinen Fremdenhass zu schüren. In Polizeikreisen und von Augenzeugen wurden der Redaktion aber beide Vorfälle bestätigt." Ich finde es würde zur journalistischen Sorgfaltspflicht gehören, dem Leser auch solche Details zu liefern, damit der Sachverhalt richtig eingeordnet werden kann. Umso mehr, wenn es sich um eine Webseite mit der Breitenwirkung des SPON handelt.
11bo-4 27.07.2015
4. Terroristen
Es ist eine Verharmlosung, wenn immer nur von "Personen, die der rechten Szene zugeordnet werden" geschrieben wird. Das sind organisierte, rechtsextreme Terroristengruppen, die mit allen Mitteln bekämpft werden müssen!
neu_im_forum 27.07.2015
5. Verallgemeinert
Verallgemeinerungen sind gefährlich. Es gibt weder die Bayern noch die Asylbewerber! Viele Menschen in Bayern leisten gute Arbeit in Helferkreisen und Initiativen ohne die der Flüchtlingszustrom nicht zu bewältigen wäre!
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