Ermittlungsergebnisse Sexuelle Gewalt unter Kindern in Mainzer Kita nicht bestätigt

Der Verdacht wog schwer, ist aber offenbar haltlos: Über längere Zeit sollen Kinder einer katholischen Kita in Mainz ihre Altersgenossen missbraucht haben. Doch die Ermittlungen bestätigen den Vorwurf nicht.


In einer kleinen katholischen Kita in Mainz hat es offenbar doch nicht in großem Ausmaß sexuellen Übergriffen unter Kindern gegeben. "Es haben sich bislang überwiegend entlastende Erkenntnisse ergeben", teilte die Leitende Oberstaatsanwältin, Andrea Keller, am Dienstag in Mainz mit.

Der Mainzer Generalvikar, Dietmar Giebelmann, hatte die Eltern im Sommer darüber informiert, dass es in der Kita zu "Perversitäten sexueller Gewalt" gekommen sei. Dabei beschrieb er Handlungen unter Kindern, die an harte Pornografie erinnern, sowie üble Gewaltandrohungen. Die Vorwürfe gingen zunächst auf Berichte der Eltern zurück. Allen sieben Mitarbeitern wurde gekündigt, die Kita zweitweise geschlossen.

Nun sind die polizeilichen Ermittlungen laut Oberstaatsanwältin Keller zu einem vorläufigen Abschluss gekommen. Verhört wurden 32 Kinder, mehr als 35 Eltern und Bezugspersonen sowie weitere zehn Zeugen. Auch Kinderärzte, Rechtsmediziner und Sachverständige wurden demnach hinzugezogen.

Die sechs beschuldigten Erzieherinnen und ein Erzieher hätten sich bislang nicht geäußert. Das Ermittlungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Darin soll geklärt werden, ob das Kita-Personal seine Aufsichtspflicht verletzt hat. Sechs Mitarbeiter klagten gegen die Kündigung.

Der Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann verteidigte das Vorgehen. Zum damaligen Zeitpunkt seien die Vorwürfe der Eltern glaubhaft gewesen.

sun/dpa

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