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Mandatsniederlegung Verwirrung um Anwalt der US-Missionare

Anwalt Coq: Wollte er 60.000 Dollar von seinen Mandaten als Lohn oder zur Bestechung?Zur Großansicht
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Anwalt Coq: Wollte er 60.000 Dollar von seinen Mandaten als Lohn oder zur Bestechung?

Edwyn Coq war Anwalt der US-Baptisten, die in Haiti wegen Kindesentführung angeklagt wurden. Nun ist der Jurist seinen Posten los. Hat er gekündigt, weil Angehörige ihm Bestechungsabsichten vorwerfen - oder wurde er gefeuert?

Port-au-Prince - Der Haitianer Edwyn Coq ist nicht länger rechtlicher Vertreter der zehn Mitglieder der US-Organisation "New Life Children's Refuge", die unter dem Verdacht der Kindesentführung stehen. Unklar ist, ob ihm das Mandat entzogen wurde oder er es selbst niedergelegt hat.

Der von den Angehörigen der Angeklagten angeheuerte Anwalt Jorge Puello, der von der Dominikanischen Republik aus arbeitet, sagte am Samstag, er habe Coq gefeuert. Coq soll vorgehabt haben, seine Mandanten aus der Haft zu kaufen.

Coq widersprach den Vorwürfen. Die 60.000 US-Dollar, die er von den Familien der Angeklagten verlangt habe, seien für seine Gage bestimmt gewesen.

Anwalt Puello gab an, Coq habe ursprünglich ein Honrar von 10.000 Dollar gefordert, doch sei dies immer weiter gestiegen. Er habe behauptet, dass er 60.000 Dollar benötige, um die US-Bürger aus dem Gefängnis zu befreien.

Im Widerspruch dazu sagte Coq am Sonntag, er habe das Mandat auf eigenen Wunsch niedergelegt. Der Grund: Angeblich hatten Angehörige seiner Mandaten behauptet, er habe von ihnen Geld zur Bestechung von Richtern gefordert. Zudem habe er kein Honorar erhalten.

Die zehn Mitglieder von "New Life Children's Refuge" waren Anfang Februar festgenommen worden. Sie sollen versucht haben, die haitianisch-dominikanische Grenze mit 33 haitianischen Kindern zu überqueren. Die Kinder waren zwischen zwei Monate und 14 Jahre alt.

Für eine Ausreise fehlten jedoch die notwendigen Papiere. Die US-Amerikaner gaben an, die Kinder seien Waisen aus der von schweren Erdbeben erschütterten Region. Es stellte sich heraus, dass viele der Kinder, die sich derzeit in einem SOS-Kinderdorf in Port-au-Prince befinden, noch Eltern haben. Die Amerikaner beteuerten, sie hätten nur helfen wollen. Alle zehn sind in Haiti wegen Kindesentführung und Verschwörung angeklagt.

bea/AFP/AP

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