Rollentausch Mann trägt Baby seiner Partnerin aus

Fernando Machado ist ein Mann - und im vierten Monat schwanger. Seine Partnerin jubelt: "Unser Kind ist die Revolution von morgen."

Fernando Machado und seine Partnerin Diane Rodriguez: "Unser Kind ist die Revolution von morgen"
AP/dpa

Fernando Machado und seine Partnerin Diane Rodriguez: "Unser Kind ist die Revolution von morgen"


Ein bekanntes Transgender-Paar in Ecuador erwartet ein gemeinsames Kind. Der Vater Fernando Machado, geboren als Maria, ist laut "Daily Mail" im vierten Monat schwanger.

Die werdende Mutter Diane Rodriguez, die als Luis geboren wurde, ist eine der prominentesten LGBT-Aktivistinnen Ecuadors. LGBT steht für lesbisch, gay, bi und transgender.

Diane und Machado haben sich nach eigenen Angaben entschieden, die Schwangerschaft öffentlich zu machen, um in der katholisch geprägten Gesellschaft Südamerikas für mehr Akzeptanz von Transgender und Homosexuellen zu werben. "Wir versuchen, den Mythos um transsexuelle Menschen zu brechen", sagte Rodriguez.

Das Paar gab die Schwangerschaft bereits Anfang Oktober über soziale Netzwerke bekannt, auf Twitter schrieb Rodriguez: "Unser Kind ist die Revolution von morgen."

Das Baby wurde auf natürlichem Weg gezeugt: Obwohl beide Eltern Hormone nehmen, haben sie sich nie einer Geschlechtsumwandlung unterzogen.

Die werdenden Eltern haben in den sozialen Netzwerken Glückwünsche bekommen, und lassen die Nutzer auch weiterhin an der Schwangerschaft teilhaben:

"Unser Baby hört Mozart", schrieb Rodriguez einen Tag vor Heiligabend und zeigte den Bauch des Vaters samt Kopfhörern.

Kritik von der Kirche habe das Paar bisher überraschenderweise nicht vernommen, sagt Rodriguez: Die Kirche wende sich zwar gegen Adoptionen von Transgender oder Homosexuellen, es wäre aber widersprüchlich, wenn sie jetzt für eine natürliche Geburt kritisiert würden.

Die Community hat in Südamerika in der jüngsten Zeit bereits einige Fortschritte für Transsexuelle erstritten: In Kolumbien ist es seit Kurzem möglich, das Geschlecht im Pass unbürokratisch ändern zu lassen, bereits 340 Menschen hätten davon Gebrauch gemacht. Argentinien ist noch liberaler und zahlt Transsexuellen Hormonbehandlungen und Geschlechtsumwandlungen.

sun/AP

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