New York - Ende April dieses Jahres hatte es bereits einmal Hoffnung gegeben: In einem Keller im New Yorker Stadtteil Soho vermuteten Fahnder die Leiche des 1979 verschwundenen Etan Patz. Doch zum Schluss blieb nur Enttäuschung, es schien, als wäre dies das vorerst letzte Kapitel in einem der tragischsten Mordfälle New York Citys.
Genau einen Monat später könnte die Polizei nun endlich am Ziel sein. "Eine Person, die jetzt hinter Gittern sitzt, hat sich bei der Vernehmung durch Detektive mit dem Verschwinden und Tod von Etan Patz in Verbindung gebracht", sagte New Yorks Polizeikommissar Raymond Kelly am Donnerstag. Weitere Informationen werden am Abend erwartet, sagte ein Polizeisprecher.
Wie die "New York Times" berichtet, wurde der Mann in Camden im US-Staat New Jersey gefasst, er sei schon früher von der Polizei vernommen worden. Camden ist eine der ärmsten Städte der USA und bekannt für ihre hohe Kriminalitätsrate.
Der Mann soll Etan dem Bericht zufolge erwürgt, in einen Sack gesteckt und anschließend in einer Kiste verstaut haben. Der Festgenommene soll der Polizei gesagt haben, dass die Kiste, die er in Manhattan verstaut hatte, wenige Tage später nicht mehr an ihrem Platz gestanden habe.
Abweichend davon berichtet die "New York Post", dass der Mann behauptet habe, Etan mit Süßigkeiten gelockt und später erstochen zu haben. Die Leiche soll er demnach in Plastiktüten verstaut und weggeworfen haben. Nach der Tat soll er nach New Jersey gezogen sein und dort Familienmitgliedern den Mord an einem Kind gestanden haben. Namen seien dabei nicht gefallen.
Etan, ein blonder Junge mit gewinnendem Lächeln, war sechs Jahre alt, als er am 25. Mai 1979 den Fußweg von seiner Wohnung im Galerienviertel Soho zum Schulbus erstmals allein zurücklegen durfte. Er kam nie an der Haltestelle an. Trotz einer weltweiten Suchaktion wurde Etan nie gefunden. Sein Fall galt vielen Eltern in den USA als Warnung, ihre Kinder nicht allein auf die Straße zu lassen.
aar/dpa
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