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Studie in den USA: Anteil der Marihuana-Konsumenten hat sich verdoppelt

Hanfpflanze in Seattle: Privater Marihuana-Konsum ist in vier US-Bundesstaaten legal Zur Großansicht
REUTERS

Hanfpflanze in Seattle: Privater Marihuana-Konsum ist in vier US-Bundesstaaten legal

Fast zehn Prozent der Erwachsenen in den USA sind Marihuana-Konsumenten - gut doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie. Ein Drittel der Nutzer klagt über negative Folgen.

Der Anteil von Marihuana-Konsumenten hat sich unter erwachsenen US-Amerikanern innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt. Dies geht aus einer im US-Fachblatt "Jama Psychiatry" veröffentlichten Studie hervor. Die Wissenschaftler befragten dafür in den Jahren 2012 und 2013 mehr als 36.000 Menschen. 9,5 Prozent der Befragten gaben an, die Droge zu konsumieren. Das entspricht hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung etwa 22 Millionen Menschen. Im Vergleichszeitraum 2001/2002 lag der Anteil der Marihuana-Konsumenten noch bei 4,1 Prozent.

Die Entwicklung spiegle einen Meinungsumschwung wider, vermuten die Forscher. Immer mehr Menschen hätten ein entspanntes Verhältnis zu Marihuana-Konsum; zugleich steige der Anteil derer, die eine Legalisierung befürworteten.

Vor allem bei Frauen, Schwarzen und Hispanics sowie Erwachsenen mittleren Alters oder über 65 sei ein erheblicher Anstieg zu beobachten, schrieben die Wissenschaftler. Am häufigsten wird Marihuana demnach aber immer noch in der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren konsumiert. Zudem gaben etwa 23 Prozent aller befragten High-School-Schüler an, im Monat vor der Befragung Marihuana konsumiert zu haben.

Teilnehmer wurden nach ihrem Marihuana-Konsum im vergangenen Jahr sowie Anzeichen für negative Folgen befragt - etwa erfolglose Versuche, den Konsum zu reduzieren, Depressionen oder Angstzustände. Fast jeder dritte Befragte litt den Angaben zufolge unter solchen negativen Folgen, das entspricht rund 6,8 Millionen Menschen.

Die Ergebnisse zeigten, dass der Marihuana-Konsum für manche Menschen keine Gefahren habe, es aber dennoch Risiken gebe, sagte Professorin Deborah Hasin von der Columbia-Universität, eine Mitautorin der Studie. Die meisten US-Bundesstaaten hätten während der Erhebungsphase noch keine Gesetze zum medizinischen Gebrauch von Marihuana gehabt. Deshalb sei es wahrscheinlich, dass die Veränderung auf privaten Konsum zurückzuführen sei.

Manche Wissenschaftler bezweifeln das. Nicht der Konsum habe sich geändert, sondern die Bereitschaft, sich als Nutzer zu outen. Heute seien Menschen aufgrund des gewandelten gesellschaftlichen Klimas in den USA eher bereit, Marihuana-Konsum zuzugeben. Je liberaler das Land werde, "umso mehr wird es okay zu sagen: 'Ja, ich konsumiere'", sagte der Forscher Raul Caetano von der Universität von Texas dem "Guardian".

Bislang ist der private Konsum in Alaska, Colorado, Oregon und Washington legal. Für medizinische Zwecke darf die Droge in 23 Staaten eingesetzt werden.

ulz/AFP/AP

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