Suche nach Vermissten geht weiter Mindestens zwei Tote nach Hauseinstürzen in Marseille

Unter den Trümmern von zwei eingestürzten Häusern im Zentrum von Marseille haben Rettungskräfte zwei Tote gefunden. Weitere Menschen werden noch vermisst.

Einsturzstelle in Marseille
AFP

Einsturzstelle in Marseille


Beim Einsturz zweier baufälliger Wohnhäuser im Zentrum von Marseille sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte fanden der Staatsanwaltschaft zufolge die Leichen eines Mannes und einer Frau. Die französische Regierung gehe von "fünf bis acht Opfern" aus, sagte Innenminister Christophe Castaner bei einem Besuch vor Ort.

Unterdessen geht die Suche nach Vermissten weiter: Feuerwehrleute und Polizisten räumen die Trümmer weg und suchen mit Hunden nach weiteren Opfern. Castaner sagte, er sei "wenig optimistisch", dass noch Überlebende gefunden würden, da es kaum Chancen auf Hohlräume in den Trümmern gebe.

Am Montagmorgen waren zwei Häuser eingestürzt, die als marode galten. Als die Feuerwehr dann einen Bagger einsetzte, stürzte ein drittes Gebäude teilweise ein, das seit Jahren unbewohnt war. Die Trümmer dieses Hauses drückten laut Castaner die Überreste der ersten beiden eingestürzten Häuser zusammen.

Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Bei den Verletzten handle es sich um Passanten, berichtetet unter anderem die französische Tageszeitung "La Provence". Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sicherte den Betroffenen die "Solidarität der gesamten Nation" zu.

Zugleich wurde scharfe Kritik laut, da viele Gebäude in Marseille in schlechtem Zustand sind. Der prominente Linkspolitiker und frühere Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon sagte, es stürzten "die Häuser der Armen" ein - und das sei kein Zufall.

Die eingestürzten Häuser standen in einer kleinen Einkaufsstraße im Zentrum der Stadt, nur wenige Schritte vom Alten Hafen entfernt. Auf Fotos ist zu sehen, dass die Häuser bereits große Risse an den Fassaden hatten. "Dieser dramatische Unfall könnte auf die heftigen Regenfälle zurückzuführen sein, die in den vergangenen Tagen auf Marseille gefallen sind", hieß es von der Stadtverwaltung. Ermittler sollen den Einsturz untersuchen.

pia/AFP/dpa

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