Martin Luther Kings Tod Wo Washington brannte

Ein tödlicher Schuss auf Martin Luther King löste 1968 Massenproteste in der US-Hauptstadt Washington aus. Ein Fotograf hat sich auf die Spuren der Krawalle begeben.


Innerhalb weniger Stunden herrschten in weiten Teilen der Hauptstadt Aufruhr und Gewalt. An diesem Frühlingstag vor 50 Jahren, dem 4. April 1968, hatte ein Mann namens James Earl Ray mit einem Jagdgewehr aus dem Toilettenfenster eines Motels in Memphis geschossen - auf einen dunkelhäutigen Mann, der gerade auf dem gegenüberliegenden Balkon stand: Martin Luther King.

Wenig später gingen in Washington, wo King einst seine "I have a Dream"-Rede gehalten hatte, unzählige Menschen auf die Straße. Die Wut in der afroamerikanischen Community war groß, sehr groß: Die aufgebrachte Menge warf Scheiben ein, plünderte Geschäfte und steckte ganze Gebäude in Brand.

Die lokale Polizei war überfordert, die US-Regierung entsandte die Nationalgarde nach Washington. In manchen vor allem von Afroamerikanern bewohnten Vierteln dauerte es Jahrzehnte, bis die letzten Spuren der Ausschreitungen aus dem Straßenbild verschwunden waren.

Ein halbes Jahrhundert später hat der Fotograf Pablo Martinez Monsivais für die Nachrichtenagentur AP einige der Orte in Washington besucht, an denen Reporter während der Krawalle damals Aufnahmen gemacht hatten. Statt brennender Häuser fand er Einkaufsmeilen und schicke Neubauten.

Sehen Sie hier im direkten Vergleich, wie sehr sich die Stadt seitdem gewandelt hat - auch wenn der Rassismus, den Martin Luther King einst bekämpfte, längst nicht verschwunden ist.

Von den Auswirkungen der Krawalle in Washington ist wenig geblieben, von der Botschaft Martin Luther Kings jedoch eine ganze Menge: Lesen Sie hier, inwieweit der Bürgerrechtler das Land verändert hat.

mxw



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