Matt Damon zu #MeToo "Sollte eine Weile meinen Mund halten"

Schauspieler Matt Damon hat sich für seine umstrittenen Äußerungen zur #MeToo-Debatte entschuldigt. Er hätte vorher besser zuhören sollen, sagte er. In Zukunft will er zum Thema erst mal schweigen.

Getty Images

Matt Damon hatte im Dezember viel Kritik für seine Aussagen zur #MeToo-Debatte geerntet. Es werde nicht genug darüber gesprochen, sagte er im Magazin "Business Insider", "dass verdammt viele Typen - die Mehrzahl der Typen, mit denen ich gearbeitet habe - diese Dinge nicht tun". Dem Sender ABC News sagte Damon zudem, es gebe ein ganzes "Spektrum von Verhaltensweisen": Es sei etwas anderes, jemandem den Po zu tätscheln, als jemanden zu vergewaltigen. Man dürfe die Dinge nicht miteinander vermischen. Fans und Kollegen distanzierten sich daraufhin von Damon.

Am Dienstag nun war der Schauspieler in der "Today"-Show zu Gast, hauptsächlich, um Werbung für seine Stiftung zu machen. Moderatorin Kathie Lee Gifford sprach ihn am Ende des Gesprächs auch auf die #MeToo-Debatte an und fragte, was er aus der ganzen Sache gelernt habe.

"Ich wünschte wirklich, ich hätte besser zugehört, bevor ich mich eingeschaltet habe", sagte Damon. Er wolle niemandem weiteren Schaden zufügen. "Viele dieser Frauen sind meine Freunde, ich liebe und respektiere sie und ich unterstützte, was sie tun." Damit bezog sich Damon auf die "Time's Up"-Initiative, mit der Hollywoodgrößen gegen sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch kämpfen.

Er wolle Teil dieses Wandels sein, sagte Damon im TV-Studio. "Aber ich sollte das vom Rücksitz aus tun - und für eine Weile meinen Mund halten."

Fotostrecke

38  Bilder
US-Debatte: Vorwürfe, Reaktionen, Konsequenzen

Kurz vor Damons Interview wurde auch Schauspielerin Sharon Stone von einem CBS-Reporter nach der #MeToo-Debatte gefragt. Ob sie in Hollywood schon einmal "in einer unangenehmen Situation" gewesen sei, fragte er. Und sie antwortete: "Ich bin seit 40 Jahren in diesem Geschäft. Können Sie sich das Geschäft vorstellen, in das ich vor 40 Jahren hineingekommen bin? So, wie ich ausgesehen habe?" Sie habe alles gesehen.

aar

insgesamt 43 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Seraphan 17.01.2018
1.
Matt Damon liegt das Herz auf der Zunge. Das macht ihn sehr sympathisch, verursacht aber Missverständnisse, wie man sieht.
drben 17.01.2018
2. Wahnsinn
Jetzt muss man sich schon entschuldigen wenn man etwas gesagt hat was sowieso eigentlich völlig klar sein sollte. Unfassbar. Was für eine kranke Welt.
fisherman85 17.01.2018
3. American way of life
Altbekanntes Muster: Wer sich in den USA auf schnellstmöglichem Wege rehabilitieren möchte kriecht am besten öffentlich zu Kreuze, zu bester Sendezeit und mit höchster Demut. Rückgrat ist hierbei eher hinderlich. Dabei hatten Matt Damon, Liam Neeson und co als einige Wenige versucht, Ausgewogenheit in die Debatte zu bringen. Der Mut hielt, bei Matt Damon, im Angesicht der allgegenwärtigen Wut leider nicht lange an. Schade eigentlich, denn eine Debatte die Kontroverse nicht aushält ist einer Demokratie nicht würdig.
dasfred 17.01.2018
4. Egal was er sagt, er kann nur verlieren
Die Moderatorin hätte ihn auch fragen können, ob er sie zu dick findet. Es gibt keine Antwort, für die man ihn nicht von irgendeiner Seite zerrissen hätte. Seine Meinung war nicht PC also lieber nichts sagen.
romeov 17.01.2018
5. Hoffentlich
...hat sich jetzt bald jeder zu diesem Thema öffentlich geäussert. Wenn selbst Matt Damon jetzt jedes Wort auf die Goldwaage legen muss, dann haben die Verfechter einer radikalen Political Correctness endlich gewonnen. Nur, zu welchem Preis?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.