Anhaltende Dürre Westafrika droht neue Hungerkatastrophe

Schlechte Ernten und steigende Lebensmittelpreise - laut Uno sind Hunderttausende Menschen im westafrikanischen Mauretanien von Hunger bedroht. Die Organisation geht davon aus, dass in diesem Jahr acht weitere afrikanische Staaten mit ähnlichen Krisen kämpfen werden.

  Beduinen im Südosten Mauretaniens: Jeder fünfte Einwohner des afrikanischen Staates ist von Hungersnot bedroht
AFP

Beduinen im Südosten Mauretaniens: Jeder fünfte Einwohner des afrikanischen Staates ist von Hungersnot bedroht


Nouakchott/ Hamburg - Hilfsorganisationen warnen vor der nächsten Hungerkatastrophe in Afrika: Nach schlechten Ernten sind in Mauretanien laut Uno mehr als 635.000 Menschen akut von Hungersnot bedroht.

Dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zufolge ist bei jedem fünften Einwohner des nordwestafrikanischen Landes die Essensversorgung gefährdet. Der Grund: schlechte Ernten, die die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben.

Das 3,5 Millionen-Einwohner-Land in der Sahel-Zone gehört weltweit zu den Staaten mit der prekärsten Lebensmittelversorgung. Durch häufige Dürreperioden hatte sich die Versorgungssituation in den vergangenen Jahren zunehmend zugespitzt. Laut einer Studie der Uno von 2013 kann die Landwirtschaft des Landes, das zu zwei Dritteln aus Wüste besteht, nur rund 30 Prozent der Lebensmittelnachfrage der Bevölkerung decken.

Die Uno geht davon aus, dass noch acht weitere afrikanische Staaten in diesem Jahr mit Hungerkrisen kämpfen werden. Betroffen seien Burkina Faso, Kamerun, Gambia, Mali, der Niger, Nigeria, der Senegal und der Tschad - bereits im Januar waren laut Angaben mehrerer Hilfsorganisationen in Mauretaniens Nachbarstaat Mali mehr als 800.000 Menschen nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt.

evt/AFP



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ausmisten 04.03.2014
1. Jenseits des Limits
Man kann von schlechten Ernten reden oder davon , dass bestimmte Laender durch Bevoelkerungsexplosion nun jenseits des Limits angekommen sind .In regenschwachen Zonen kann ein Land keine Verdopplung der Bevoelkerung alle 20-30 Jahre verkraften .
hansulrich47 04.03.2014
2. Zustimmung!
Zitat von ausmistenMan kann von schlechten Ernten reden oder davon , dass bestimmte Laender durch Bevoelkerungsexplosion nun jenseits des Limits angekommen sind .In regenschwachen Zonen kann ein Land keine Verdopplung der Bevoelkerung alle 20-30 Jahre verkraften .
Es ist schon ein wenig einfältig, wenn nur schlicht der "Klimawandel" bzw. die "anhaltende Dürre" als das Problem bezeichnet werden. Das macht es den Verfassern einfach, geht aber wohl an der Realität vorbei. Das Wachstum der Bevölkerung ist in allen Teilen Afrikas extrem. Deshalb reicht ein "normaler" Regenfall schlicht nicht aus zur Versorgung der vielen Menschen. Wenn dann, wie in Kenia/Tansania, auch noch der zur Wolkenbildung notwendige feuche Wald gerodet wird, regne es noch weniger. Der Schnee am Kilimanjaro fällt nicht mehr. Und zwar nicht wegen des "Klimawandels", sondern weil die Bewohner den Quell des Regens und Schnees, den Wald am Fuß des Berges zerstören!
volker_morales 05.03.2014
3. Bitter,
dass immer noch Menschen verhungern müssen und keiner hilft.
rkinfo 05.06.2014
4. EU könnte leicht helfen ...
Zitat von volker_moralesdass immer noch Menschen verhungern müssen und keiner hilft.
Die EU-Landwirtschaft hat freie Kapazitäten bis zum abwinken ... In der guten alten Zeit der 70er Jahre gab es Butter-, Fleisch- bis Tomatenberge soweit das Auge reichte. Mit Auslaufen der EU-Agramarktordnung 2015 -2018 können wir die ganze Welt ernähren bzw. überernähren - wenn wir es wollen. Der Mangel an EU-Exporten ergibt seit 50 Jahren Todesfälle per Hunger auf der ganzen Welt. Die EU hingegen hätte locker seit den 70er Jahren Kornkammer global strategisch verteilt betreiben können und kein Mensch hätte seit damals sterben müssen ... warum wurde das nicht so umgesetzt ? Es sind die Anbeter des tödlichen absoluten Kapitalismus welche soziale EU-Nahrung seit Jahrzehnten verhindern ! Ob Getreidemenge oder -preis - die EU könnte locker regional soziale Preise auch in der Dürre ermöglichen ... "EU-Nahrung - ein Stück Lebenskraft für das Universum"
rkinfo 05.06.2014
5. 2,5% Bevölkerungswachstum, 4,5 Geburten je Frau
Zitat von ausmistenMan kann von schlechten Ernten reden oder davon , dass bestimmte Laender durch Bevoelkerungsexplosion nun jenseits des Limits angekommen sind .In regenschwachen Zonen kann ein Land keine Verdopplung der Bevoelkerung alle 20-30 Jahre verkraften .
Mauretanien wächst und gleichzeitig steigt der Nahrungsbedarf je Kopf. PI mal Daumen ca. 3% je Jahr oder um 1/3 je Jahrzehnt. http://de.wikipedia.org/wiki/Mauretanien ... Islamischer Staat ... weshalb helfen die superreichen Ölstaaten nicht aus ? Für den einzelnen Menschen in Mauretanien ist die Situation bedrückend. Aber die Rahmenbedingungen sind dort mies wobei es Nahrung in Hülle in Fülle bei uns gäbe - ein Anruf beim Deutschen Bauerverband und in Mauretanien gäbe es Nahrung sofort im Überfluß.
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