Stadt kauft zu großes Fahrzeug Feuerwehrauto sucht Garage

Für 130.000 Euro hat die Stadt Melle der Freiwilligen Feuerwehr Oldendorf ein neues Auto gekauft. Doch das passte nicht in die Garage.

Feuerwehrauto (Symbolbild)
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Feuerwehrauto (Symbolbild)


Stefan Dierker und seine Kameraden sind sauer. Richtig sauer. Dabei haben die Männer der Freiwilligen Feuerwehr aus Oldendorf in Niedersachsen eigentlich Grund zur Freude: Ein teures, neues Auto steht vor ihrer Tür - eines, das sie seit vielen Jahren ersehnt haben. Das einzige Problem: Das Auto passt nicht in die Garage. Und damit kann es nicht zum Einsatz kommen.

Dem Fall ging eine lange Geschichte voraus. Bereits 2012 bestanden konkrete Pläne, ein neues Garagengebäude passend zum neuen Feuerwehrauto zu bauen - 2016 wurde der Bauantrag schließlich genehmigt. Und tatsächlich sah danach alles nach Umbau aus: Hecken wurden entfernt, die Umgebung inspiziert. Doch dann passierte: Nichts. Die Stadt gibt auf Anfrage an, aufgrund von Kapazitätsengpässen das Planungsteam verändert und Details der Baupläne aktualisiert zu haben. Ortsbrandmeister Dierker sagt: "Wir wissen bis heute nicht so richtig, warum danach nicht weitergebaut wurde."

Bis heute wurde der Garagenumbau nicht fertiggestellt. Trotzdem bestellte die Stadtverwaltung derweil das neue Fahrzeug - im Einvernehmen mit der Ortsfeuerwehr, wie ein Sprecher der Stadt betont. Im Januar 2018 holten Dierker und seine Kameraden das Fahrzeug ab. Sie mieteten die Scheune eines Bekannten, aber auch die stellt sich als zu klein heraus. "Wir mussten den Leiterpart abmontieren, damit das Auto reinpasst", sagt Dierker. Doch ohne den ist das Fahrzeug nicht einsatzfähig. Hinzu kommt, dass die Scheune 500 Meter entfernt liegt - zu viel, wenn man im Notfall schnell los muss. Also steht das Feuerwehrauto in der Scheune und wird nicht benutzt.

Im Mai dieses Jahres wolle die Stadt mit dem Bau der neuen Garage beginnen, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Spätestens im Sommer 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Doch eine Fortsetzung des Garagenkrimis ist bereits absehbar: Vier weitere Ortsteile von Melle werden in naher Zukunft ebenfalls neue Feuerwehrautos erhalten. In allen Fällen sind die Garagengebäude zu klein.

kkl



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