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Menschenhandel in China Kinder stehlen, Kinder kaufen

China: "Wo ist Xinzhen?"
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Getty Images

4. Teil: Was die Polizei gegen den Kinderklau tut

Aus den Lautsprechern des Nordbahnhofs der Yangtse-Stadt Chongqing in Zentralchina dringen die Klarinettentöne von Kenny G mit dem Frank-Sinatra-Klassiker "I did it my way". Ein Dutzend meist junger Menschen hält den Reisenden ein Transparent entgegen: "Gemeinsame Aktion von Freiwilligen aus Chongqing, Familienangehörige zu finden."

Initiator der Aktion ist Shen Hao, 41, ein Computerfachmann aus der Provinz Anhui. Vor neun Jahren hat er sich der Sache der Vermissten verschrieben, als er in der Zeitung vom Schicksal dreier verschwundener Mädchen las. Seither reist er durch Chinas Metropolen, um Passanten Spielkarten mit den Fotos der Gesuchten in die Hand zu drücken.

"Stets in Sichtweite der Kinder bleiben"

Die Karte "Herz Dame" zeigt etwa Wang Yafeng, die am 20. April 1987 in der Inneren Mongolei geboren wurde. Seit dem 7. Oktober 2008 ist sie verschwunden. Sie hat eine "große Nase" und "am Zeigefinger der rechten Hand eine Narbe, heißt es in winzigen Schriftzeichen, und: "Sie spricht Hochchinesisch."

Auf der "Pik neun" schaut unscharf ein junger Mann, der "ca. 1984" geboren wurde. Er sucht seine leiblichen Eltern. "Zwischen Mai und September 1990 entführt", schreibt er. Damals hatte er "große Augen und eine kleine Nase." Jetzt sei er 1,76 Meter groß, trage Schuhgröße 41.

Er stamme, erinnert er sich, aus einer Stadt, vielleicht in der Provinz Hunan, vielleicht war es auch Chongqing. "Auf beiden Seiten der Straße waren Märkte. Die Eltern trugen Uniform." Er entsinnt sich auch, dass er von Fremden in einem Bus in die Küstenprovinz Fujian transportiert wurde.

Auf den Karten stehen auch Tipps, wie Kinderklau erschwert werden kann: "Stets in Sichtweite der Kinder bleiben", heißt es zum Beispiel. Es folgt der Rat, Kinder tätowieren zu lassen - damit später die Identifizierung leichter fällt.

"Rund 800 Menschen konnten mit Hilfe unserer Web-Seite und der Karten ihre Verwandten wieder finden", berichtet Aktivist Shen stolz. 16.000 Spielkarten hat er bislang gedruckt. Er trägt einen grünen Anorak, sein Haarschopf ist steil aufgerichtet. Gerade ist eine Frau an ihn herangetreten, die seit ein paar Tagen ihren 13-jährigen Sohn vermisst. Sollte er nicht bald auftauchen, wird auch dieser Junge in der nächsten Auflage der Karten erscheinen.

"Ich würde ihn nicht zwingen, zu uns zurückzukommen"

Geld vom Staat erhält Shen nicht, er muss alles aus eigener Tasche, mit Beiträgen der Familien und Firmenspenden finanzieren. Die Behörden misstrauen Nicht-Regierungsorganisationen wie seiner. Immerhin stellen sie ihm bei seinen Reisen durch das Land einige Helfer zur Seite. "Kindesentführung", sagt Shen, " ist ein weltweites Problem. Es ist ein äußerst profitables Geschäft, wie der Drogenhandel."

Kalebassen-Verkäufer Guo kurvt Anfang Mai auf seiner roten "Haojue" auf der Landstraße 106 in der Provinz Hubei Richtung Wuhan, einer Millionenmetropole am Yangtse. Der Staub der Laster hüllt ihn ein, er trägt einen silbernen Helm, Jeans, Stoffschuhe und Knieschützer, Bartstoppeln spießen an seinem Kinn. 4000 Kilometer hat er in den vergangenen zwei Wochen bewältigt. "Ich will in Ortschaften, in denen ich noch nicht war", sagt er.

In einem kleinen Straßenrestaurant macht er Pause, ein paar Anwohner betrachten die Fahnen auf dem Moped. "Mein Kind ist entführt worden", erklärt Guo. Wenn er auf Menschen mit dem gleichen Schicksal trifft, gibt er seine Erfahrungen weiter: "Es gibt eine Web-Seite der Polizei, man kann einen DNA-Test machen."

Neulich hat er in der Zeitung einen zerlumpten Straßenjungen gesehen, der seinem Sohn ähnlich schien. Er ist sofort in den Ort gefahren, doch das Kind war nicht seins. Seine Frau und er haben inzwischen zwei weitere Jungen, zwölf und drei Jahre sind sie alt.

Was wäre, wenn er Xinzhen nach all den Jahren finden würde, womöglich in einer intakten Familie? "Ich würde ihn nicht zwingen, zu uns zurückzukommen", sagt Guo. "Ich will nur wissen, dass es ihm gut geht."

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insgesamt 116 Beiträge
Solfegietto 23.05.2010
...wäre verwirrt: "Seit 23 Jahren treibt ihn nur ein Wunsch um: es wiederzufinden." "Es ist der 21. September 1997. Söhnchen Xinzhen, zweieinhalb Jahre alt[...]" hmmm
...wäre verwirrt: "Seit 23 Jahren treibt ihn nur ein Wunsch um: es wiederzufinden." "Es ist der 21. September 1997. Söhnchen Xinzhen, zweieinhalb Jahre alt[...]" hmmm
blob123y 23.05.2010
Vor einem Jahr sagte mir meine Freundin hier in Phuket, das vor ein paar Tagen der Vater von den kleinen Maedchen das sie hat gekommen sei und ihr vorschlug das kleine Maedchen an einen Chinesen in Malaysia zu verkaufen fuer etwa [...]
Vor einem Jahr sagte mir meine Freundin hier in Phuket, das vor ein paar Tagen der Vater von den kleinen Maedchen das sie hat gekommen sei und ihr vorschlug das kleine Maedchen an einen Chinesen in Malaysia zu verkaufen fuer etwa Baht 200.000,- also etwa euro 5000,-. So gehts hier in Thailand zu, das ist kein Einzelfall. Er meinte dann noch wenn sie nicht einwilligt entfuehrt er das Maedchen und verkaufts. Der Typ hat sich seit der Geburt noch nie um die Kleine gekuemmert aber kommt regelmaessig um meine Freundin um Geld anzugehen, da er wie bedauerlicherweise sehr viel Thai Maenner zu faul zum Arbeiten ist. Ich hab dann veranlasst dass sie umzieht, Telefonnummer aendert und mit Verschiedenen im Bekanntenkreis nicht mehr kommuniziert, nun ist Ruhe.
Transmitter 23.05.2010
Das ist zu teuer. Der Tagespreis für kleine Mädchen liegt in Kambotscha heute bei ca. 2.500 Euro. Wenn sie so drei bis vier Jahre alt sind. Jüngere kann man schon für 1.000 Euro bekommen.
Zitat von blob123yVor einem Jahr sagte mir meine Freundin hier in Phuket, das vor ein paar Tagen der Vater von den kleinen Maedchen das sie hat gekommen sei und ihr vorschlug das kleine Maedchen an einen Chinesen in Malaysia zu verkaufen fuer etwa Baht 200.000,- also etwa euro 5000,-. So gehts hier in Thailand zu, das ist kein Einzelfall.
Das ist zu teuer. Der Tagespreis für kleine Mädchen liegt in Kambotscha heute bei ca. 2.500 Euro. Wenn sie so drei bis vier Jahre alt sind. Jüngere kann man schon für 1.000 Euro bekommen.
Antje Technau 23.05.2010
natürlich nicht. Seit dem Zusammenbruch der UdSSR werden Kinder aus Osteuropa nach Westeuropa verkauft und verschleppt. Schwarzhaarige, dunkeläugige Kinder können nunmal nicht so gut als <eigene> Kinder ausgegeben werden.
natürlich nicht. Seit dem Zusammenbruch der UdSSR werden Kinder aus Osteuropa nach Westeuropa verkauft und verschleppt. Schwarzhaarige, dunkeläugige Kinder können nunmal nicht so gut als <eigene> Kinder ausgegeben werden.
monsterjagd 23.05.2010
... dürfte in diesem traurigen Kapitel der Menschheit eine zentrale Rolle spielen. Bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts hatten viele Verdingkinder in der Schweiz ein elendes Leben. Viele von ihnen wurden fast wie auf dem [...]
... dürfte in diesem traurigen Kapitel der Menschheit eine zentrale Rolle spielen. Bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts hatten viele Verdingkinder in der Schweiz ein elendes Leben. Viele von ihnen wurden fast wie auf dem Sklavenmarkt den Bauern angeboten, geschlagen und geknechtet, weil die Eltern arm oder ein oder beide Elternteile gestorben waren. http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/verdingkinder_1.4491820.html
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