Eingestürzte Häuser, Brände Dutzende Tote bei schwerem Erdbeben in Mexiko

Einstürzende Gebäude, Menschen auf den Straßen, Rauch über Mexiko-Stadt: Nahe der mexikanischen Hauptstadt hat sich erneut ein starkes Erdbeben ereignet. Es gibt Dutzende Todesopfer.

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In Mexiko ist es erneut zu einem schweren Erdbeben gekommen. Die Erdstöße erreichten dem US-Erdbebeninstitut USGS zufolge eine Stärke von 7,1, die mexikanischen Behörden gaben die Stärke mit 6,8 an. Das Epizentrum des Bebens lag im zentralen Bundesstaat Puebla.

In mehrere Staaten gibt es Todesopfer. Medienberichten zufolge sind im Bundesstaat Puebla, in dem das Epizentrum lag, mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Im Bundestaat Morelos, westlich von Puebla, gibt es laut Gouverneur Graco Ramírez, mindestens 42 Tote. Im ebenfalls benachbarten Bundesstaat México, der die Hauptstadt Mexiko-Stadt umschließt, sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, wie der Gouverneur Alfredo del Mazo mitteilte.

Die Situation ist aktuell noch sehr unübersichtlich. Es ist mit weiteren Todesopfern zu rechnen. Der TV-Sender Televisa berichtet unter Berufung auf vorläufige Behördenangaben von mindestens 119 Todesopfern.

Auch in der etwa 120 Kilometer vom Epizentrum entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt waren die Auswirkungen zu spüren. Einwohner der 20-Millionen-Metropole liefen in Panik auf die Straße, über der Stadt waren stellenweise Rauch- oder Staubwolken zu sehen. Mehrere Gebäude sind eingestürzt.

Laut unbestätigten Berichten des lokalen Radios sind Personen unter eingestürzten Gebäuden verschüttet. Es gab mehrere Meldungen über Feuer in Gebäuden, die durch austretendes Gas entstanden waren. Bürgermeister Mancera bestätigte, dass eine unbestimmte Anzahl an Menschen in brennenden Gebäuden gefangen sei.

Die Regierung hat die Bevölkerung aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Der Katastrophenplan für Mexiko-Stadt ist aktiviert. Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto hat die Evakuierung mehrerer beschädigter Krankenhäuser veranlasst. Patienten müssten in andere Krankenhäuser verlegt werden. Der Flugverkehr am Flughafen in Mexiko-Stadt wurde unterdessen ausgesetzt.

Menschen auf den Straßen in Mexiko-Stadt
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Menschen auf den Straßen in Mexiko-Stadt

Erst am 7. September waren bei einem Beben der Stärke 8,2 rund hundert Menschen in Mexiko umgekommen, dabei lag das Zentrum im Pazifik und war in Mexiko-Stadt längst nicht so stark zu spüren. Danach gab es weit über tausend Nachbeben.

Das neueste Beben fällt genau auf den Jahrestag des schlimmsten Erdbebens in der Geschichte Mexikos. Vor genau 32 Jahren waren fast 10.000 Menschen ums Leben gekommen, damals wurde Mexiko-Stadt stark getroffen.

Mexiko befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen: Der Großteil der Landmasse liegt auf der sich westwärts bewegenden nordamerikanischen Erdplatte. Unter diese schiebt sich die langsam nach Nordosten wandernde Cocosplatte. Der Boden des Pazifischen Ozeans taucht so unter die mexikanische Landmasse ab. Das führt immer wieder zu Erschütterungen an der Südküste.

aev/aar/dpa/AFP/Reuters



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