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Chronologie: Der Fall Michael Brown und die Unruhen von Ferguson

Ferguson in Missouri: Ausschreitungen nach Tod von schwarzem Teenager Zur Großansicht
AP/ St. Louis Post-Dispatch

Ferguson in Missouri: Ausschreitungen nach Tod von schwarzem Teenager

Seit mehr als zwei Wochen gibt es Proteste in der US-Kleinstadt Ferguson. Auslöser der Unruhen waren die tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Michael Brown. Die Chronologie.

9. August

Michael Brown ist mit einem Freund in Ferguson unterwegs, als er mit einem Polizisten aneinandergerät. Es fallen Schüsse. Brown stirbt noch am Tatort.

10. August

Nach einer Mahnwache für Brown schlägt Trauer in Wut und Gewalt um. Hunderte Menschen versammeln sich. In der Nacht werden Fensterscheiben von Autos eingeschmissen und Geschäfte geplündert.

11. August

Das FBI eröffnet eine Ermittlung zum Tod von Michael Brown - wegen der möglichen Verletzung von Bürgerrechten. Browns Begleiter berichtet, der Teenager habe seine Hände über den Kopf gehoben, als die Schüsse fielen. Die mehrheitlich schwarzen Einwohner Fergusons vermuten eine rassistisch motivierte Tat der mehrheitlich weißen Polizisten in der Stadt. In der Nacht schießt die Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen auf die Protestierenden.

12. August

Fergusons Polizeichef Tom Jackson verwirft den Plan, den Namen des Polizisten zu veröffentlichen, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat. Der Grund: Drohungen gegen die Polizei. US-Präsident Barack Obama mahnt zur Ruhe und ruft die Bevölkerung zu friedlichem Gedenken auf.

13. August

Einige Demonstranten werfen laut Polizei Molotowcocktails und Steine auf die Einsatzkräfte. Diese treten rabiat auf, sind mit Schutzanzügen und gepanzerten Fahrzeugen vor Ort. Sie setzen Rauchbomben und Tränengas ein. Die Festnahme von zwei Reportern löst Empörung aus. Die Kleinstadt verwandelt sich immer mehr in eine Kampfzone.

14. August

Missouris Gouverneur Jay Nixon überträgt die Verantwortung für die Sicherheit in Ferguson der Autobahnpolizei (Missouri Highway Patrol). Ron Johnson, ein Afroamerikaner, der in der Gegend aufgewachsen ist, führt nun das Kommando in der Stadt. Er setzt auf Deeskalation. Und tatsächlich ändert sich die Stimmung in der Stadt: Die Polizei hält sich zurück, die Menge bleibt friedlich, die Atmosphäre wirkt teilweise sogar feierlich.

15. August

Die Polizei gibt den Namen des Polizisten bekannt, der Brown erschossen hat. Darren Wilson arbeitet seit sechs Jahren bei der Polizei und hatte einen guten Ruf. Für erneute Unruhe sorgt die Veröffentlichung eines Polizeiberichts, in dem Brown als mutmaßlicher Täter einesÜberfalls auf ein Geschäft ausgemacht wird. Allerdings stellt die Polizei später klar, dass W. nichts von dem Verdacht wusste. Die Proteste flammen wieder auf.

16. August

Gouverneur Nixon verhängt den Ausnahmezustand in Ferguson. Zugleich ordnet er eine nächtliche Ausgangssperre zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens an, um die heftigen Proteste einzudämmen. Trotzdem liefern sich Hunderte Demonstranten und Polizisten gewalttätige Auseinandersetzungen. Es gibt sieben Festnahmen.

17. August

US-Justizminister Eric Holder ordnet eine erneute Autopsie der Leiche Browns an. Er begründet dies mit den "außergewöhnlichen Umständen" des Falls. Erneut ignorieren Hunderte Menschen die Ausgangssperre in Ferguson.

18. August

Die "New York Times" berichtet über das Ergebnis einer Obduktion, die Browns Eltern bei dem prominenten Pathologen Michael Baden in Auftrag gegeben haben. Der 18-Jährige wurde demnach von sechs Kugeln getroffen. Wegen der anhaltenden Gewalt in Ferguson ordnet Gouverneur Jay Nixon den Einsatz der Nationalgarde an.

19. August

Die Ausgangssperre in der Nacht wird aufgehoben, aber die Polizei versucht, die Menschenansammlung aufzulösen. Die Sicherheitskräfte werden nach eigenen Angaben beschossen und antworten mit dem Einsatz von Tränengas. Zwei Menschen werden demnach durch Schüsse verletzt, 31 Personen festgenommen. Auch zwei deutsche Journalisten werden für drei Stunden in Gewahrsam genommen.

20. August

Die Lage in Ferguson beruhigt sich etwas. Die Proteste bleiben zunächst friedlich. Erst spät in der Nacht werfen Demonstranten Flaschen auf Polizisten. Dutzende Menschen werden festgenommen. Doch diesmal eskaliert die Lage nicht. Tagsüber macht sich US-Justizminister Eric Holder ein Bild von der Lage in der Stadt.

21. August

Gouverneur Nixon zieht die Nationalgarde wieder aus Ferguson ab. Ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Situation entspannt.

23. August

Im Zusammenhang mit den Protesten werden mehrere Polizisten aus Ferguson vom Dienst suspendiert.

24. August

Rund hundert Menschen demonstrieren in der Kleinstadt für die Polizei. Sie unterstützen Darren Wilson, der die tödlichen Schüsse abgab.

wit/AP

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