Miss America Cara Mund "Zum Schweigen gebracht und herabgewürdigt"

Die amtierende Miss America, Cara Mund, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Führung des Schönheitswettbewerbs. Ihre Anschuldigungen kommen zur Unzeit - und sind Höhepunkt einer andauernden Kontroverse.

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Cara Mund wählt drastische Worte. Man habe sie zum Schweigen gebracht, herabgewürdigt, marginalisiert. So steht es einem Brief der amtierenden Miss America an die Führung des Wettbewerbs, wie unter anderem der "Hollywood Reporter" berichtet.

Seit Monaten gibt es Kritik an der neuen Chefin von Miss America, Gretchen Carlson. Es geht um ihren Führungsstil - und die Modernisierung des Wettbewerbs. Carlson hatte die Kategorie "Bikini" abgeschafft, und war dafür harsch kritisiert worden. Die neue Kontroverse kommt für Carlson zu einer schlechten Zeit: In knapp drei Wochen soll die neue Miss America gekürt werden.

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Miss America: Explosiver Brief

Mund kritisierte, dass man sie von Interviews ferngehalten und nicht zu Meetings eingeladen habe. Als sie in einem Interview angedeutet habe, dass es Probleme auf der Führungsebene gebe, sei sie bestraft worden: Ein TV-Auftritt sei daraufhin gekürzt worden.

Carlson reagierte auf Munds Vorwürfe mit einem längeren Statement. Darin heißt es, dass man stolz auf Mund sei. Als Absolventin einer Elite-Universität mit politischen Ambitionen verkörpere sie die Mission von Miss America.

Die Vorwürfe dementierte sie. "Ich will hiermit klarstellen: Wir haben dich nie gemobbt oder zum Schweigen gebracht", schrieb Carlson. Sie verstehe, dass es frustrierend sei, in einem Jahr zu kandidieren, in dem sich so viel verändere.

Carlson hatte angekündigt, dass der Schönheitswettbewerb künftig ohne Badeanzüge auskommt. So will sie die Veranstaltung nach einem Sexismus-Skandal modernisieren.

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Der Kurs der 52-Jährigen gefällt nicht jedem. 22 Vertreter von US-Bundesstaaten, in denen der Wettbewerb stattfindet, haben im Juli eine Petition gegen Carlson unterschrieben. Sie forderten den Rücktritt des Vorstands.

Ihre Gegner kritisierten, Carlson habe die Abschaffung des Badeanzugs und andere Veränderungen wie ein Ultimatum präsentiert. "Uns wurde gesagt, dass Sponsoren und TV-Sender abspringen würden, wenn wir den Badeanzug behalten", sagte Jennifer Vaden Barth. Die ehemalige Miss America ist vor Kurzem aus dem Vorstand ausgetreten.

75.000 Dollar weniger

Carlson konterte, ihre Kritiker seien eine "laute Minderheit", die unglücklich darüber sei, dass der Badeanzug abgeschafft worden sei. Ihre Entscheidung habe den Wettbewerb relevanter gemacht und sei von vielen Unterstützern begrüßt worden.

Die neuen Vorwürfe von Cara Mund haben laut Carlson bereits konkrete Folgen: 75.000 Dollar an Stipendien seien verloren gegangen, in der gesamten Organisation gebe es negative Effekte.

Carlson leitet den Wettbewerb seit Januar. Sie war 1989 selbst Miss America und ist die Nachfolgerin von Sam Haskell.

"Ein Stück Müll"

Er trat zurück, nachdem mehrere E-Mails mit sexistischen und vulgären Sprüchen über ehemalige Gewinnerinnen publik geworden waren. So bezeichnete Haskell eine Frau in einer E-Mail als "ein Stück Müll". Seit dem Skandal sind die höchsten Positionen in der Leitung des Wettbewerbs mit Frauen besetzt.

Am 9. September wird der Wettbewerb stattfinden - dann wohl ohne Badeanzüge. Die Kritiker der Entscheidung kündigten für die Woche bereits Widerstand an: Die Rede ist von Klagen, Pressekonferenzen und Demonstrationen.

jpz

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