Wettbewerb Miss Gay Nicaragua: Mission Toleranz

Schönheitskonkurrenz: Die große Aufgabe der Miss Gay Nicaragua Fotos
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Dutzende Teilnehmer wollten Miss Gay Nicaragua werden, Carlos Castro hat es geschafft. Nun soll er sein Land bei einem internationalen Schönheitswettbewerb vertreten. Die größere Herausforderung erwartet ihn aber zu Hause.

Managua - Nach seinem Sieg umarmte Carlos Castro seine Mutter und weinte. Soeben war er zur Miss Gay Nicaragua 2014 gewählt worden. Dafür hatte der 19-Jährige viel investiert, Monate der Vorbereitung auf Catwalk und Make-up. "Ich denke, die Juroren mochten mein Charisma, meine Bescheidenheit und das ich auf dem Laufsteg verrückt bin." Dutzende Teilnehmer des Transvestiten-Wettbewerbs waren in einem Hotel in Managua auf die Bühne gegangen.

Sieger Castro erhielt ein Diadem im Wert von 2000 Dollar, 5000 Dollar Preisgeld und wird nun sein Land bei der Wahl zur Miss Queen International in Thailand vertreten.

Das dürfte aber nicht der bedeutsamste Teil seiner Aufgaben sein. Die Veranstaltung sei wichtig, um ein Bewusstsein in der Gesellschaft für sexuelle Vielfalt und Geschlechtsidentitäten zu schaffen, sagt Julio Sanchez, Organisator des Wettbewerbes. "Und es ist ein Weg, gegen Homophobie zu kämpfen."

Deshalb wird Castro, auch bekannt unter seinem Alias Amerika Ithzell Korkobas Berdrinadxy, wird nun im Land herumreisen, um für Toleranz und gegen Diskriminierung zu werben. Das ist durchaus notwendig. Laut den Vereinten Nationen war Nicaragua gemeinsam mit Panama das letzte lateinamerikanische Land, das gleichgeschlechtlichen Sex als Straftatbestand abschaffte - das war 2008.

Dennoch konstatierte die Uno noch 2009, dass eine hartnäckige Macho-Kultur, Vorurteile und Diskriminierung immer noch weit verbreitet seien, ganz gleich, was im Gesetz stehe. Es sei noch ein weiter Weg, bis Homophobie auch in Nicaragua erfolgreich bekämpft werden könne.

Carlos Castro will als Miss Gay Nicaragua helfen, dieses Ziel zu erreichen.

ulz/AP

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