Report der Bischofskonferenz Kriminologe Pfeiffer kritisiert Missbrauchsstudie

Eine Studie der Bischofskonferenz dokumentiert sexuelle Übergriffe Geistlicher. Der Kriminologe Christian Pfeiffer sieht bei dem Report "große Schwachpunkte". Im SPIEGEL fordert er weitere Forschung zum Thema.

Christian Pfeiffer
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Der ehemalige Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, sieht bei der Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland "große Schwachpunkte". Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.

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"Bei dieser Studie hat es nicht die große Befragung aller erreichbaren Betroffenen gegeben, die eigentlich stattfinden müsste", so Pfeiffer. Dies sei aber eigentlich besonders wichtig: "Je gläubiger die Missbrauchsbetroffenen sind, desto schwieriger ist es für sie, ihre Geschichte zu bewältigen. " Zu viele glaubten, die Übergriffe seien Gottes Wille, sagt Pfeiffer. (Lesen Sie hier das ganze Interview bei SPIEGEL+.)

Außerdem kritisiert er die Kirche für die Entscheidung, die Forscher der Universitäten Mannheim, Heidelberg und Gießen nicht selbst die Akten durchforsten zu lassen: Das sei "ein schwerer Fehler". Pfeiffer fordert nun eine Folgestudie, "damit mehr Licht in dieses Dunkelfeld kommt".

Pfeiffer hatte die Studie eigentlich selbst durchführen sollen, brach den Auftrag aber 2013 ab. Schuld daran seien vor allem die Diözesen München und Regensburg gewesen, so Pfeiffer heute. "Der Generalvikar von Kardinal Marx und der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller waren die treibenden Kräfte, die den Vertrag ändern wollten, bis hin zu regelrechter Zensur."

Ausgerechnet Müller sei später vom Papst in Rom zum Kardinal und Chef der Glaubenskongregation ernannt worden und habe auf internationaler Ebene Missbrauch bekämpfen sollen. "Das fand ich schon sehr zweifelhaft und auch ohne Aussicht auf Erfolg."

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