Moskau: Hunderte fliehen vor Feuer in TV-Gebäude

Großeinsatz für die Feuerwehr in Moskau: In einem Gebäude des russischen Staatsfernsehens war am Abend ein Feuer ausgebrochen, mehr als tausend Menschen mussten in Sicherheit gebracht, eine Live-Sendung unterbrochen werden.

Moskau - Der Brand war am Dienstagabend auf dem Gelände des Staatsfernsehens im Norden von Moskau ausgebrochen. Dutzende Löschzüge rasten zu dem Komplex, mehr als 150 Rettungskräfte waren im Einsatz. Die Flammen breiteten sich der Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge auf einer Fläche von 200 Quadratmetern aus. Augenzeugen sprachen von einer riesigen Rauchwolke.

In dem mehrstöckigen Haus sollen sich zum Zeitpunkt des Brandes mehr als tausend Mitarbeiter der Sender NTW und Erster Kanal aufgehalten haben. Das Gebäude wurde sofort evakuiert. Generaldirektor Konstantin Ernst vom Ersten Kanal soll dabei geholfen haben: "Er erklärte genau, wie wir die Leute am schnellsten aus dem Gebäude bekommen", sagte ein Sprecher der Rettungskräfte.

Der Feuerwehr gelang es gegen 23 Uhr am Dienstag, den Brand zu löschen. Den Behörden zufolge gab es Sachschaden, aber keine Verletzten. "Ohne den professionellen Einsatz der Feuerwehr hätte das ein böses Ende nehmen können", sagte Zivilschutzminister Wladimir Putschkow der Nachrichtenagentur Interfax.

Die Polizei ermittele wegen fahrlässiger Brandstiftung, sagte ein Justizsprecher dem TV-Sender Erster Kanal. In einem Raum mit Kulissen und Dekorationen, in dem der Brand ausgebrochen war, habe ein Angestellter möglicherweise geraucht. Als Ursache sei aber auch ein technischer Defekt wie etwa ein Kurzschluss möglich.

Eine Live-Sendung habe untergebrochen werden müssen, sagte der Sprecher der Rettungskräfte, Alexander Gawrilow. Zudem wurde ein Fußballspiel ohne Ton ausgestrahlt, da der Kommentator das Gebäude verlassen musste.

Auf dem Gelände war es bereits vor 13 Jahren zu einem heftigen Brand gekommen. Am 27. August 2000 starben vier Menschen beim Absturz eines Aufzugs im 537 Meter hohen Ostankino-Turm. Im Mai 2007 entfachten Schweißarbeiten an einer Außenaufhängung ein Feuer. In Russland gibt es immer wieder schwere Brände - häufig wegen Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften. Jedes Jahr sterben dabei landesweit etwa 15.000 Menschen - ungefähr viermal so viel wie in den USA, die mehr als doppelt so viel Einwohner haben.

ala/dpa

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