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17. Februar 2013, 12:14 Uhr

Südkorea

Mun-Sekte feiert wieder Massenhochzeit

Es war die erste Massenhochzeit der südkoreanischen Vereinigungskirche nach dem Tod von Sektengründer San Myung Mun: Geleitet von seiner Witwe gaben sich rund 3500 Paare in Südkorea das Jawort. Zwischendurch war genug Zeit zum Nase pudern und Nickerchen machen.

Gapyeong - Schwarzweiß so weit das Auge reicht: In Südkorea hat die erste Massenhochzeit nach dem Tod von Sektengründer San Myung Mun stattgefunden. Rund 3500 Paare waren am Samstag nach Gapyeong nordöstlich der Hauptstadt Seoul gekommen, weitere 24.000 Anhänger ließen sich laut BBC in anderen Teilen der Welt vermählen und wurden über Video zugeschaltet.

Wie bei den traditionellen Zeremonien üblich trugen die Bräute Schleier und Hochzeitskleider; schwarzer Anzug, rote Krawatte, weißer Schal und weiße Handschuhe war die Standarduniform des Bräutigams. Viele der frischvermählten "Moonies", wie die Anhänger nach der englischen Schreibweise von Sun Myung Mun genannt werden, hatten ihre neuen Partner erst kurz vor der Trauung durch Vermittlung der Kirche kennengelernt. Ein entsprechender Brauch hat in der Glaubensgemeinschaft jahrzehntelange Tradition.

Die Zeremonie wurde von Muns Witwe Hak-Ja-han geführt. Der schwerreiche Sektengründer und Unternehmer war im September im Alter von 92 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung in einem kircheneigenen Krankenhaus gestorben. Rund 32.000 Anhänger nahmen an seiner Beerdigung teil.

Mun hatte sich selbst als Messias bezeichnet und ließ sich von seinen Anhängern als "Wahrer Vater" huldigen. Mit 15 Jahren sei ihm Jesus Christus erschienen und habe ihn gebeten, sein Werk zu vollenden. 1954 gründete Mun die Vereinigungskirche, wurde darüber hinaus aber durch wirtschaftliche und politische Aktivitäten bekannt. Zu Muns Firmenimperium gehörten unter anderem Hotels, Restaurants, Zeitungen und eine Waffenfabrik.

Kritiker werfen der Vereinigungskirche nicht nur die finanzielle Ausbeutung ihrer Mitglieder vor. Die Organisation wende kultähnliche Praktiken an, die Massenhochzeiten seien nur ein weiterer Beweis für die Gehirnwäsche, die sie mit ihren Anhängern betreibe.

Anfang der sechziger Jahre hatte Mun die erste Massenhochzeit abgehalten. Die Veranstaltungen wurden im Laufe der Jahre immer größer. Die erste außerhalb von Südkorea fand 1982 im New Yorker Madison Square Garden statt und zog Tausende Teilnehmer an - genauso viele Menschen protestierten dagegen. An der größten Zeremonie nahmen 1999 im Olympiastadion von Seoul etwa 42.000 Paare teil.

Heute gibt die Vereinigungskirche ihre Mitgliederzahl mit drei Millionen an. Jedoch dürfte die Zahl nach Ansicht von Beobachtern niedriger sein. Die meisten Mitglieder seien mit 500.000 in Japan, sagt ein Sektensprecher, und rund 200.000 zähle man in Muns Heimat Südkorea.

siu/dpa

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