Mutmaßlicher Nazi-Kriegsverbrecher Anwalt meldet Tod von László Csatáry

In seiner ungarischen Heimat drohte László Csatáry ein Prozess, doch dazu wird es nicht mehr kommen: Der mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher ist seinem Anwalt zufolge im Alter von 98 Jahren gestorben. Csatáry hatte jahrzehntelang unbehelligt unter falschem Namen in Kanada gelebt.

László Csatáry im Juli 2012 in Budapest: Mutmaßlicher Kriegsverbrecher
AFP

László Csatáry im Juli 2012 in Budapest: Mutmaßlicher Kriegsverbrecher


Budapest - Der mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher Laszlo Csatáry ist offenbar tot. Der 98-Jährige sei in einem Krankenhaus an einer Lungenentzündung gestorben, teilte sein Anwalt mit.

Csatáry soll zwischen 1941 und 1944 maßgeblich an der Deportation von 15.700 Juden aus dem Ghetto Košice in der heutigen Slowakei in Konzentrationslager der Nationalsozialisten mitgewirkt haben. Er hatte die Vorwürfe stets bestritten.

Jahrzehntelang hatte Csatáry unter falschem Namen unbehelligt in Kanada gelebt - obwohl er 1948 in Abwesenheit in Košice zum Tode verurteilt worden war. Als die Behörden 1995 seine wahre Identität herausfanden, floh er in seine ungarische Heimat. Im Jahr 2011 machte das Simon Wiesenthal Center in Jerusalem die ungarischen Behörden auf den mutmaßlichen Aufenthaltsort Csatárys aufmerksam.

Im vergangenen Juli wurde er in seiner Wohnung in Budapest festgenommen. Er stand seither unter Hausarrest. Die Slowakei bemühte sich um eine Auslieferung und wandelte deshalb die Verurteilung zum Tod in eine lebenslange Haftstrafe um. Die Todesstrafe in der Slowakei ist abgeschafft. Zuletzt wollte jedoch auch die ungarische Justiz den mutmaßlichen Nazi-Kriegsverbrecher vor Gericht bringen.

hut/AFP/AP

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