Rätselhafte Rotnase: Der unheimliche Clown von Northampton

Er steht immer nur da und starrt: Ein als Clown verkleideter Unbekannter verunsichert die englische Stadt Northampton. Regelmäßig lässt sich das weiß geschminkte Phantom an düsteren Straßenecken sehen. Was er will, weiß keiner so genau. Doch das könnte sich bald ändern.

Northampton - Angefangen hat es wohl am Freitag, den 13. - seither tragen sich in der zentralenglischen Industriestadt Northampton rätselhafte Dinge zu. Ähnlich wie in Stephen Kings Roman "Es" treibt ein unheimlicher Clown sein Unwesen in der Ortschaft: Weiß geschminkt, mit roter Nase und rotem Haarkranz, wird er regelmäßig an düsteren Straßenecken gesichtet, in der Hand ein Bündel Luftballons oder einen Teddybären.

Anders als in Kings Roman ist durch den Clown bisher niemand zu Schaden gekommen, doch der Spuk scheint bei den Menschen einen Nerv zu treffen. Unter dem Hashtag #northamptonclown machen auf Twitter zahlreiche Geschichten über die unheimliche Erscheinung die Runde. Fotos echter und gefälschter Clown-Sichtungen werden in sozialen Netzwerken herumgezeigt wie Porträts vom Bigfoot.

Dabei ist es eigentlich keine große Leistung, Details über den ominösen Spaßvogel herauszufinden. Er besitzt offenbar einen eigenen Facebook-Account; knapp 64.000 Nutzer haben bereits bei "Spot Northampton's Clown" auf "Gefällt mir" geklickt. Regelmäßig gibt der Betreiber der Seite Statements ab, etwa: "Nein, ich habe kein Messer bei mir. Das sind nur dumme Gerüchte, die dumme Leute verbreiten." Insgesamt gebe es zu viel Hass und zu wenig Liebe, philosophiert der Unbekannte weiter, und grüßt schließlich: "See you around! Beep beep!"

Nun muss man keine Gruselromane gelesen haben, um die Situation ein bisschen unheimlich zu finden - immerhin gibt der Clown an, er klettere regelmäßig in Abwasserkanäle hinab; auch führt er bei seinen Auftritten offensichtlich keinerlei Kunststücke vor oder versucht, irgendjemanden zum Lachen zu bringen. Zwischenzeitlich machten Gerüchte die Runde, er klopfe auch an Haustüren - ein Vorwurf, den der Clown umgehend selbst, via Facebook dementierte. Laut "Daily Mirror" beschäftigt sich inzwischen auch die örtliche Polizei mit der Situation, hat aber noch keine konkreten Maßnahmen ergriffen.

Womöglich wird sich das Rätsel aber auch bald von selber lösen. "Ich habe eine große Überraschung für euch, die hoffentlich Ende der Woche ansteht", verkündet der Clown auf seiner Facebook-Seite. Nicht auszuschließen, dass sich der Gruselspaß von Northampton am Ende als PR-Maßnahme für einen Film oder ein Computerspiel entpuppt.

rls

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