Natalie Portmans Rede beim "Women's March" Der erste Fanbrief, eine Vergewaltigungsfantasie

Sie war erst 13, als ihr Debütfilm "Leon - Der Profi" erschien. Auf die Reaktionen des Publikums hatte Natalie Portman sich gefreut. Was dann passierte, nennt die Schauspielerin heute "sexuellen Terrorismus".

Natalie Portman beim Women's March
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Natalie Portman beim Women's March


Der erste Fanbrief, den Natalie Portman in ihrem Leben öffnete, war die "Vergewaltigungsfantasie" eines Mannes. Die Schauspielerin war damals 13 Jahre alt, ihr Debütfilm "Leon - Der Profi" gerade erschienen. So erzählte es Portman am Wochenende bei einer Rede auf dem Women's March in Los Angeles.

Die heute 36-Jährige sprach darüber, wie sie nach ihrer Rolle als Mathilda von vielen Männern als Sexobjekt wahrgenommen worden sei. Bei den Dreharbeiten war Portman zwölf Jahre alt. Sie sei so aufgeregt gewesen, "wie Menschen auf meine Arbeit, meine Kunst reagieren würden". Dann kam der Brief.

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Damit nicht genug: Filmrezensenten schrieben über ihre "knospenden Brüste", der lokale Radiosender richtete sogar einen Countdown ein, der zu Portmans 18. Geburtstag herunterzählte - "der Zeitpunkt, an dem es legal wäre, mit mir zu schlafen".

Reaktion auf ein "Klima des sexuellen Terrorismus"

Wegen Reaktionen "von kleinen Kommentaren über meinen Körper bis hin zu beängstigenden gezielten Äußerungen" habe sie ihr Verhalten geändert: Für sie sei nach diesen Erfahrungen klar gewesen, dass sie sich von nun an bedecken müsse, um sich sicher und respektiert zu fühlen, sagte Portman. Sie habe sich angepasst, Filmangebote abgelehnt, in denen es eine Kussszene gab, sich elegant gekleidet und in Interviews stets gezeigt, wie "belesen, ernsthaft und kultiviert" sie sei. Das wiederum habe ihr den Ruf eingebracht, "prüde, konservativ, nerdig und ernst" zu sein.

Es sei ihr Versuch gewesen, ihren Körper in Sicherheit zu bringen und dafür zu sorgen, dass ihre Stimme gehört wird - ihre Antwort auf ein "Klima des sexuellen Terrorismus", wie Portman es nennt.

Der Woman's March wurde 2016 nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ins Leben gerufen und fand 2017 zum ersten Mal statt. Richtete er sich im vergangenen Jahr noch vorwiegend gegen Trump, seine frauenfeindlichen Äußerungen und seine Politik, waren dieses Mal auch die #MeToo-Enthüllungen und die daraus folgenden Debatten wichtige Themen.

Hunderttausende Menschen demonstrierten am vergangenen Samstag in Washington, New York, Chicago und mehr als 200 weiteren Städten. Allein in Los Angeles sollen sich laut Behördenangaben 600.000 Demonstranten versammelt haben. Als Rednerinnen ergriffen neben Portman unter anderem Scarlett Johansson, Eva Longoria, Viola Davis und Whoopi Goldberg das Wort.

bma

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insgesamt 24 Beiträge
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gammoncrack 22.01.2018
1. Ihre schauspielerische Leistung in Leon - Der Profi war bewundernswert
und ich ich finde es bemerkenswert, dass sie dieses Bewunderswerte auch in ihrem Privatleben zeigt. Aber es zeigt sich mal wieder, dass es genügend kranke Hirne auf der Welt gibt, Instititutionen, wie dieser Radiosender nicht ausgenommen.
Europa! 22.01.2018
2. Hm ...
Was Frau Portman von sich erzählt, hört sich nach einer sehr guten Entwicklung an.
albinoooo 22.01.2018
3. puh
selbstverständlich gehört eine 12 jährige vor Leserbriefen geschützt. Als ich den Film gesehen hab hatte ich auch ein ambivalentes Gefühl. warum würde für die Rolle eine so hübsche 12 jähriges Mädchen ausgewählt. sehr selbstbewusst aber mit dem Körper eines Kindes. so etwas löst gerade bei alten Männern etwas aus. Ich will keinesfalls irgendwas verteidigen aber ganz unschuldig sind die Macher des Films da nicht. Die Schlussfolgerungen und Konsequenzen die sie gezogen hat finde ich allerdings nicht begrüsenswert. Sie lässt sich von den wenigen Idioten in ihrer Freiheit einschränken.
SteveCrj 22.01.2018
4. Heuchlerisch
Ja, die Belästigungsdebatte muss geführt werden und hier sind eine Menge Dinge passiert, die nie wieder vorkommen dürfen. Keine Frage. Aber die Rolle der damals 12-jährigen Portman in "Leon - der Profi" war handlungstechnisch bewusst mit einem hohen Anteil an unterschwelliger Sexualität ausgelegt. Es gibt auch einen "Director's Cut" des Films, der hier sowie auch im Gewaltbereich noch wesentlich deutlicher ist. Diese Szenen wurden jedoch aus der Kinofassung herausgeschnitten. Ursprünglich (nach Besson's erstem Drehbuchentwurf) sollte das Mädchen im Film sogar ein bis zwei Jahre älter sein und offene Sexualität wäre Teil der Handlung geworden. Davon hat man sich damals aber gänzlich verabschiedet. Dass eine derartige Rolle selbst in der "braven" Kinofassung aber u.U. die Phantasien bestimmter Menschen anregt ist klar und dies hätte damals auch Portman, bzw. zumindest ihren Eltern klar sein müssen. Ein frühreifes attraktives Mädchen mit Rachebedürfnis und großem Bezug zu einem sozial desintegrierten deutlich älteren Mann zu spielen und sich dann hinterher im Zuge einer aktuellen Bewegung über damals als Folge der Rolle "kranke" Briefe etc. aufzuregen, ist aus meiner Sicht jedoch schlichtweg heuchlerisch.
ni_dieu_ni_maitre 22.01.2018
5. @albinoo, SteveCrj: klassische Victim Blaming
Was Sie hier betreiben, ist klassisches Victim Blaming: Weil Natalie Portman also ein "hübsches 12jähriges Mädchen", ein "frühreifes attraktives (sic!) Mädchen" gespielt hat, braucht sie sich nicht über Vergewaltigungsfantasien oder einen Countdown, der die Jahre runterzählt, bis man mir ihr schlafen darf, zu wundern oder löst "gerade bei alten Männern etwas aus". Ein 12jähriges Mädchen ist nicht attraktiv und hat auch keine unterschwellige Attraktivität - das ist der klassische Selbstbetrug von pädophilen Sexualstraftätern, mit dem sie ihre Gewalt rechtfertigen. Wer in einer 12jährigen ein potentiales Sexualobjekt sieht oder über ihre Brüste spekuliert, sollte sein Frauenbild noch mal schärfstens überdenken. Und selbst wenn sie schon 16 oder 18 gewesen und den ganzen Film über nackt durch die Gegend gelaufen wäre, ist das immer noch kein Grund, Vergewaltigungsfantasien zu haben oder sie als Sexualobjekt zu behandeln.
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