Nerz-Infarkt Luftwaffe verantwortlich für zu Tode gestresste Marder

Die schwedische Luftwaffe hat die Verantwortung für den Tod von Hunderten jungen Nerzen übernommen, die während eines Tiefflug-Manövers von älteren Tieren massakriert worden waren. Ein "unglücklicher Vorfall", hieß es.

Nerz in Gefangenschaft: Stress durch Lärm
REUTERS

Nerz in Gefangenschaft: Stress durch Lärm


Saatenäs - Die Luftwaffe wird einen Zuchtbetrieb im westschwedischen Saatenäs entschädigen. Im vergangenen Sommer waren Kampfflugzeuge im Tiefflug über die Anlage hinweggedonnert, in der bis zu 600 junge Nerze gehalten wurden. Noch während des ohrenbetäubenden Manövers stürzten sich zahlreiche ältere Tiere auf die jungen und massakrierten Hunderte von ihnen.

Die Luftwaffe habe Schuld an dem "unglücklichen Vorfall" und werde die Züchter entschädigen, sagte Militäranwältin Lena Ahlström am Dienstag dem schwedischen Rundfunksender SR. In welcher Höhe, ist bisher nicht bekannt.

Ein führender Vertreter des Verbands der Pelztierzüchter, Johan Dahlen, erklärte, dass Nerze keinen Lärm vertragen. Das Manöver habe die Tiere so verstört, dass sie durchgedreht und auf Gegenwehr geschaltet hätten.

Der Europäische Nerz zählt heute zu den stark bedrohten Säugetierarten, weil er wegen seines Fells gejagt wurde, aber auch auf Grund von Umweltfaktoren wie Gewässerverschmutzung. In Deutschland gibt es immer wieder massive Kritik an nicht artgerechter Haltung von Zuchtnerzen.

ala/dpa



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