Für acht Millionen Dollar Ein ganzes Dorf steht zum Verkauf

Warum nur ein Luxusanwesen kaufen, wenn man doch ein ganzes Dorf haben kann? Das Örtchen Cal-Nev-Ari in Nevada sucht einen neuen Besitzer. Preis: schlappe acht Millionen Dollar.

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Ungefähr 350 Menschen leben in dem Städtchen Cal-Nev-Ari im Süden des US-Bundesstaat Nevada. Es gibt eine Bar, ein Casino, ein Lebensmittelgeschäft, ein Motel mit zehn Zimmern, einen Wohnwagenparkplatz und eine Flugpiste. Kleinstadtidyll mit Wüstencharme.

Nancy Kidwell hat die Stadt gemeinsam mit ihrem Mann Slim 1965 gegründet. Da war die Gegend nicht mehr als ein öder Landstrich entlang des US-Highway 95. Seit einigen Wochen bietet die Rentnerin den Ort zum Verkauf an. Für acht Millionen Dollar ist ganz Cal-Nev-Ari zu haben.

Das heißt, fast ganz Cal-Nev-Ari. Ein paar Häuser in Privatbesitz, das Gemeindezentrum und die von der Bezirksverwaltung gebaute Wache der Freiwilligen Feuerwehr sind unverkäuflich.

Bieterkampf vor der großen Blase

Vor sechs Jahren stand das 200 Hektar große Grundstück schon einmal zum Verkauf. Damals sollte es noch 17 Millionen Dollar bringen. Das war Interessenten zu teuer.

Deswegen ist die 78-jährige Besitzerin mit dem Preis runter gegangen. "Es ist Zeit für jemanden anderen, etwas damit anzufangen", sagt sie. "51 Jahre sind lang genug."

Der zuständige Makler bewirbt das Grundstück als leere Ebene, die Freiraum für Kreativität bietet. Die Straßen sind nicht asphaltiert, dafür gibt es allerdings Brunnen und ein Kanalsystem. "Du kaufst im Grunde das Land und die Möglichkeit, etwas darauf aufzuziehen", sagt er.

Erste Interessenten soll es bereits geben. Wie der Makler sagte, gibt es verschiedene Ideen für die Zukunft der Stadt. Die Pläne reichen vom Umbau in eine Seniorensiedlung über ein Projekt für erneuerbare Energien, ein Motorsportpark, eine Ferienranch, eine Überlebenstrainingsschule, ein Schießplatz bis hin zu einem Marihuana-Ressort, wenn das legal werden sollte.

Ein Pilgerort für Kiffer vor der Haustür? Das findet Kate Colton "ein wenig beängstigend". Sie wohnt seit gut 20 Jahren in Cal-Nev-Ari. Grundsätzlich findet sie allerdings gut, dass die Besitzerin der Stadt ihr Leben voranbringen und den Ort verkaufen möchte. Auch für die Bevölkerung seien die Investoren vielleicht eine gute Sache. "Die Wirtschaft hier könnte einen Schub gebrauchen", sagte sie.

jal/AP



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