Hurrikan "Isaac": Wohngebiet nahe New Orleans überschwemmt

Hunderttausende Menschen an der Küste sind ohne Strom: Hurrikan "Isaac" fegt über den US-Bundesstaat Louisiana hinweg - und bewegt sich auf New Orleans zu. Südlich der Stadt trat bereits Wasser über einen Damm und überflutete ein Wohngebiet.

US-Golfküste: Hurrikan "Isaac" bringt Regen und Sturm Fotos
REUTERS

Washington - Hurrikan "Isaac" hat in den Küstenregionen der US-Bundesstaaten Louisiana und Mississippi Überschwemmungen ausgelöst. In der auf einer Landzunge im Golf von Mexiko liegenden Ortschaft Plaquemines südlich von New Orleans trat Wasser über einen Damm und überschwemmte ein Wohngebiet, wie Bürgermeister Billy Nungesser dem Fernsehsender CNN sagte. Demnach stand das Wasser in einigen Häusern bis zu 3,60 Meter hoch.

In der Gemeinde brach nach Behördenangaben ein etwa 30 Kilometer langer Damm an zwei Stellen. Die Gegend werde vollständig überschwemmt werden. Dem Bürgermeister zufolge hatten sich mindestens die Hälfte der 2000 Bewohner der bedrohten Gegend vor dem Eintreffen des Sturms in Sicherheit gebracht. Mehrere Anwohner, die ihre Häuser entgegen aller Aufforderungen nicht evakuierten, hätten sich auf ihre Dächer retten müssen, sagte Nungesser. Zudem verursachte der Hurrikan in Louisiana Stromausfälle in Zehntausenden Haushalten, wie der Nachrichtensender CNN berichtete. Insgesamt saßen demnach etwa 300.000 Menschen zeitweise im Dunkeln.

"Isaac" verlangsamte am Mittwoch nach Angaben der US-Wetterbehörde seine Geschwindigkeit. Der Hurrikan war am späten Dienstagabend (Ortszeit) begleitet von heftigen Regenfällen und Windböen mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde in Louisiana auf Land getroffen. Er bewegte sich mit gedrosselter Geschwindigkeit auf New Orleans zu.

Evakuierungen und Ausgangssperren

Gegen Mittag befand sich das Zentrum des Hurrikans 75 Kilometer südöstlich von New Orleans und zog laut US-Hurrikanzentrum NHC mit einer Geschwindigkeit von neun Kilometern pro Stunde weiter in nordwestliche Richtung. Die Jazz-Metropole war im August 2005 vom Hurrikan "Katrina" schwer getroffen worden. Die Stadt versank in den Fluten, mehr als 1800 Menschen kamen in der Region ums Leben.

In Erwartung von "Isaac" waren die Straßen von New Orleans wie ausgestorben. Viele Einwohner haben die Fenster ihrer Häuser verrammelt und Lebensmittel gehortet. Die Behörden zeigten sich zuversichtlich, dass "Isaac", der weiter als Hurrikan der Kategorie eins auf der fünfstufigen Skala eingestuft wird, deutlich weniger Zerstörungen anrichtet als "Katrina".

Der Hurrikan war zunächst in der Gemeinde Plaquemines Parish auf Land getroffen. Dann zog er sich auf das Meer zurück, bewegte sich in Richtung der Mississippi-Mündung und schlug dann nahe dem Hafen von Port Fourchon - etwa hundert Kilometer südöstlich von New Orleans - erneut an Land auf. Der Sturm setzte Straßen unter Wasser und knickte Bäume und Strommasten um, wie CNN berichtete. Mehrere Flughäfen in der Region seien geschlossen worden und etwa 1500 Flüge ausgefallen. Auch einige Häfen wurden gesperrt.

In den Staaten Louisiana und Mississippi, die neben Alabama auf der Route von "Isaac" lagen, ließen die Behörden niedrig gelegene Küstenstriche evakuieren. Einwohner deckten sich mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Gütern ein. In Gulfport - einer Stadt mit 70.000 Einwohnern in Mississippi - wurde eine Ausgangssperre verhängt. US-Präsident Barack Obama hatte eindringlich davor gewarnt, den Sturm zu unterschätzen, auch wenn die Vorkehrungen besser seien als 2005. Die Menschen sollten den Anweisungen der Behörden folgen.

Mehr als 4000 Mitglieder der Küstenwache hielten sich in Louisiana einsatzbereit. New Orleans schloss seine 127, knapp acht Meter hohen Fluttore. Im Gegensatz zu 2005 sei die Stadt diesmal gut gewappnet, bekräftigte Bürgermeister Mitch Landrieu: "Wir haben volles Vertrauen, dass die Deiche halten werden." Nach "Katrina" waren rund zehn Milliarden Dollar investiert worden, um das Deich- und Pumpsystem der Stadt zu modernisieren.

lgr/wit/dpa/AFP/dapd

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