Niedersachsen Wolf reißt vier Heidschnucken

Im niedersächsischen Munster hat ein Wolf vier Schafe gerissen und eines davon gefressen. Die Heidschnucken befanden sich auf einer schlecht gesicherten Weide nahe einem kleinen Fluss.

Erwischt: Wolfsjungen in Munster
DPA/ BImA/ Helge John

Erwischt: Wolfsjungen in Munster


Munster - Erst im Juli freuten sich Artenschützer über die Nachricht, dass in der Lüneburger Heide zum ersten Mal seit 150 Jahren in freier Wildbahn Wolfswelpen geboren wurden. Jetzt zeigen sich die ersten Konsequenzen: Ein Wolf hat im niedersächsischen Munster vier Heidschnucken gerissen. Zwei Mutterschafe und zwei Lämmer seien bei dem Angriff getötet worden, sagte Wolfsberater Helge John am Mittwoch.

Die Weide sei nur von drei Seiten eingezäunt gewesen. Ein kleiner Fluss habe als zusätzliche Begrenzung gedient. "Das hat es dem Wolf sehr leicht gemacht", sagte John. Der Wolf habe eines der Tiere in einen nahe gelegenen Busch geschleppt, sich vollgefressen und dann neben der Beute schlafen gelegt.

Offenbar befand sich der Wolf auf Nahrungssuche für seinen Nachwuchs. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Muttertier aus einem Rudel in Sachsen stammt und bis nach Niedersachsen gewandert ist. Der Wolf erobert Deutschland nach und nach zurück. Seit 2006 wurden in der Lüneburger Heide, im Wendland und an der Grenze zu Hessen immer wieder Wölfe gesichtet. Das Bundesland hat ein eigenes Konzept entworfen, um die natürliche Rückkehr der Tiere zu unterstützen.

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (Nabu) fördert mit dem Projekt "Willkommen Wolf!" den Schutz der Tiere und sieht in der erfolgreichen Rückkehr seine Bemühungen um den Artenschutz belohnt.

ala/dapd

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