Legden - "Wer macht denn sowas?", fragt sich Alfred Janning vom Heimatverein Legden, seit bekannt wurde, dass Diebe eine uralte mumifizierte Hand aus einer Kirche im Münsterland gestohlen haben. Exakt 107 Jahre lang war die abgeschlagene Gliedmaße in einem Kasten ausgestellt - direkt über dem Weihwasserbecken in der St.-Brigida-Kirche. Jetzt ist sie verschwunden. "Wir sind tieftraurig", sagt Janning.
Wer die sogenannte Meineid-Hand gestohlen haben könnte, ist ein Rätsel. Die Hand war 1905 in Kalk gelagert beim Abriss eines Wehrturms gefunden und seitdem in der Kirche aufbewahrt worden. Damals vermutete man, dass jemand mit dieser Hand einst einen Schwur tat und dann den Eid brach. Demnach war die abgeschlagene Hand ein Symbol für Sünde und blieb den Gemeindemitgliedern als abschreckendes Beispiel erhalten.
Am Sonntag lag die Hand plötzlich nicht mehr in dem Holzkasten. Beim Heimatverein ist man besonders enttäuscht, denn gerade war genug Geld gesammelt worden, um am rechtsmedizinischen Institut der Universität Düsseldorf eine Altersbestimmung vornehmen zu lassen. Auch weiß man bis heute nicht, ob es sich um eine Männer- oder Frauenhand handelt. Jetzt ermittelt die Polizei.
ala/dpa
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