Ölkonzern Statoil: Plattform vor norwegischer Küste evakuiert

Vor der norwegischen Küste ist eine Plattform für Arbeiter des Ölkonzerns Statoil havariert. Hunderte Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, nachdem die "Floatel Superior" Schlagseite bekommen hatte.

"Flotel Superior" vor der norwegische Küste: Havarie am frühen Morgen Zur Großansicht
AFP/ Scanpix/ Floatel International

"Flotel Superior" vor der norwegische Küste: Havarie am frühen Morgen

Oslo - Vor der norwegischen Küste ist eine als Unterkunft genutzten Plattform havariert. Gegen 4.15 Uhr morgens sei die Petroleum Safety Authority (PSA) von dem Unfall in Kenntnis gesetzt worden, hieß es. Sie stufte den Vorfall als "sehr ernst" ein. Ein Anker soll einen Ballasttank der Plattform "Floatel Superior" auf dem Ölfeld Njord durchbohrt und zu der Schräglage von drei bis vier Grad geführt haben. Berichte über Verletzte gibt es bisher nicht.

Auf der Plattform befanden sich 374 Beschäftigte. Die meisten von ihnen seien in die Küstenstadt Kristiansund gebracht worden, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte. Dafür waren sechs Hubschrauber bei schwierigen Wetterbedingungen im Einsatz. 48 Arbeiter blieben für Rettungsmaßnahmen zurück. Um die Plattform zu stabilisieren, wurde nach Angaben der Zeitung "Upstream" mehr Wasser in den Tank gepumpt, der dem beschädigten gegenüberliegt. Dies habe weniger als zehn Minuten gedauert.

Bei der Plattform handelt es sich um einen sogenannten Halbtaucher, der ähnlich wie ein Schiff konstruiert ist. Auf der "Floatel Superior" sind Ölarbeiter untergebracht. Sie bietet Platz für 440 Menschen.

Njord förderte im laufenden Jahr geschätzte 15.000 Barrel Öl pro Tag sowie 1,55 Milliarden Kubikmeter Gas. Seit einigen Wochen seien die Arbeiten wegen Wartungsarbeiten ausgesetzt worden, so Statoil. Es ist nicht bekannt, ob die Havarie schwere Schäden verursachte, und wann die Plattform wieder arbeiten wird.

Im Mai 2010 war eine Bohrinsel von Statoil in der Nordsee nach einem Zwischenfall teilweise geräumt worden. Wegen einer Druckveränderung war laut Konzernangaben ein Sicherheitsventil abgestellt worden, fast 90 Beschäftigte mussten in Sicherheit gebracht werden. Öl lief damals laut Statoil nicht aus.

Das norwegische Öl- und Gasunternehmen Statoil entstand 2007 durch die Fusion von Statoil mit Norsk Hydro. Die norwegische Regierung hält 67 Prozent der Aktien. Statoil operiert in 36 Ländern.

ala/Reuters/AFP/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Gesellschaft
RSS
alles zum Thema Norwegen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback