Nach 20 Jahren Gefangenschaft Freiheit für Orang-Utan-Dame Sandra

1986 wurde Sandra in einem deutschen Zoo geboren, die vergangenen Jahrzehnte verbrachte sie in Buenos Aires. Jetzt hat ein Gericht entschieden: Die Orang-Utan-Dame ist mehr Mensch als Sache. Damit darf Sandra auf Freiheit hoffen.

Orang-Utan-Dame Sandra in Buenos Aires: Mehr Mensch als Sache
REUTERS

Orang-Utan-Dame Sandra in Buenos Aires: Mehr Mensch als Sache


Buenos Aires - Tierschützer haben vor einem Gericht in Argentinien die Freilassung eines Orang-Utans aus einem Zoo durchgesetzt: Sandra soll nach 20 Jahren Gefangenschaft im Zoo von Buenos Aires ihr Gehege verlassen, wie Tierschutzanwälte mitteilten. Die 29-jährige Orang-Utan-Dame darf ihren Lebensabend in einem Schutzgebiet in Brasilien verbringen, falls keine Berufung gegen das Urteil eingelegt wird.

Die Argentinische Anwaltsvereinigung für Tierrechte (Afada) hatte eine Habeas-Corpus-Klage eingereicht, in der es hieß, Sandra müsse eine ungerechtfertigte Gefangenschaft erleiden. Zwar sei Sandra biologisch nicht identisch mit dem Menschen, aber emotional. Sie wäre in Freiheit glücklicher. Nach argentinischem Recht müsse der Orang-Utan mehr als eine Person denn als eine Sache angesehen werden.

Sandra wurde 1986 in einem deutschen Zoo geboren und im September 1994 nach Argentinien gebracht, wie die BBC berichtet.

Klage für Schimpansen gescheitert

Erst Anfang des Monats waren Tierschützer vor einem US-Gericht mit dem Versuch gescheitert, Schimpansen dem Menschen in Teilen rechtlich gleichzustellen. Ein Gericht im Bundesstaat New York entschied, dass der Rechtsbegriff der Person nicht auf die Primaten angewendet werden könne. "Ein Schimpanse ist keine 'Person' im Sinne des Habeas Corpus Act", dem Gesetz zum Schutz der persönlichen Freiheit, hieß es.

Die Organisation "The Nonhuman Rights Project" wollte mit der Klage vor allem erreichen, dass ein nach ihrer Ansicht unter nicht artgerechten Bedingungen eingesperrter Schimpanse freigelassen wird. Da Schimpansen dem Menschen in vielen Bereichen so ähnlich seien, müssten sie als juristische Personen anerkannt werden.

aar/AFP

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insgesamt 10 Beiträge
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Spiegelleserin57 22.12.2014
1. das Tier wird nach der langen Zeit
in der Freiheit nicht mehr Zuhause fühlen. Damit wird man dem Tier nichts gutes tun sondern es wird verhungern. Ob dies dann Tierschutz ist bleibt zu bezweifeln!
jamguy 22.12.2014
2. Wildtiere
Wenn man die Tiere in Ihrem natürlichem Lebensraum bedroht ,is es eigentlich Schwachsinn Sie in Zoos zum anschauen vereinzelt zu halten .Also wiso hat zb.ein chinesischer Zoo ein Nashorn ?
themachinegun 22.12.2014
3.
In manchem teilen der Welt sind noch nicht mal Gruppierungen mancher Menschen wie Menschen behandelt worden, wie kann man dann erwarten, dass Primaten wie Menschen behandelt werden.
walli_sp 22.12.2014
4. in Gefangenschaft geboren
Der Lebensabend in Freiheit kann grundsätzlich funktionieren, aber vorher sollte eine anständige und sehr zeitaufwändige Auswilderung stattfinden. Hier sollte zusätzlich noch geschaut werden, ob der Affe alles findet, was er braucht, da Orang Utans natürlicherweise in Asien beheimatet sind. Wäre ich die Affendame würde ich nach schlappen 20 Jahren vermutlich lieber im Knast bleiben.
Schoorsch 22.12.2014
5. Eine Menschenschande.
Moin moin, Spiegelleserin57 hat wohl recht. Nach solch langer Zeit "Guantanamo" kommt Sandra leider ohne Hilfe in der "Freiheit" wohl nicht mehr klar. Respekt für die argentinische Justiz, Schande über die US-Justiz. Gruß
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