Blasphemie-Fall in Pakistan Gericht stellt Verfahren gegen junge Christin ein

Der Fall löste international Proteste aus: Eine junge Christin in Pakistan war wegen Gotteslästerung angeklagt worden, weil sie Koranverse verbrannt haben soll. Nach drei Monaten wurde das Verfahren jetzt eingestellt. Ein Imam steht wegen gefälschter Beweise unter Verdacht.

Rimsha wird nach ihrer Freilassung in Sicherheit gebracht: Verfahren eingestellt
AP

Rimsha wird nach ihrer Freilassung in Sicherheit gebracht: Verfahren eingestellt


Islamabad - Nach mehr als drei Monaten hat ein pakistanisches Gericht das international heftig kritisierte Blasphemie-Verfahren gegen eine junge Christin eingestellt. Der Hohe Gerichtshof in Islamabad wies die Klage gegen das Mädchen Rimsha wegen Gotteslästerung ab.

Das Alter der Christin aus einem ärmlichen Vorort Islamabads ist ebenso umstritten wie ihr geistiger Zustand. Die etwa 14-Jährige war im August festgenommen worden.

Ihr war vorgeworfen worden, sie habe Seiten eines Lehrbuchs verbrannt, mit dem Geistliche Kindern das Lesen des Korans beibringen. Vor dem Haus der Familie des Mädchens versammelte sich damals ein wütender Mob und drohte, das Gebäude anzuzünden.

Etwa drei Wochen lang blieb Rimsha im Gefängnis, bevor sie auf Kaution freikam und an einem sicheren Ort untergebracht wurde. Die Polizei erklärte das Mädchen für unschuldig. Die Ermittler werfen inzwischen einem Imam vor, Rimsha zu Unrecht beschuldigt und dafür Beweise gefälscht zu haben. Das Verfahren vor dem Hohen Gerichtshof in Islamabad lief jedoch bis jetzt weiter. "Wir haben immer behauptet, dass Rimsha unschuldig ist. Das hat das Gericht nun bestätigt", sagte der Anwalt des Mädchens, Akmal Bhatti.

hut/dpa

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