Emeritierter Papst Benedikt XVI. "Langsames Schwinden der Körperkräfte"

Joseph Ratzinger hat einen offenen Brief geschrieben. Darin bedankt er sich bei den Lesern einer italienischen Zeitung für ihre "Liebe und Güte", mit der sie ihn auf seinem "letzten Wegstück" begleiten.

AFP

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. befindet sich auf der "Pilgerfahrt zum Hause des Herrn". So beschreibt es der 90-Jährige in einem Leserbrief an den Mailänder "Corriere della sera".

Demnach bereitet sich Joseph Ratzinger, der als zweiter deutscher Papst in die Geschichte einging, auf den Tod vor. Er befinde sich in einem "langsamen Schwinden der Körperkräfte".

Anlass des Briefes vom 5. Februar waren zahlreiche Zuschriften von Lesern des "Corriere", die sich nach dem Befinden des ehemaligen Pontifex erkundigt hatten. Benedikt zeigte sich bewegt über die Sorge der Menschen. Es sei für ihn eine große Gnade, auf dem "manchmal ein wenig ermüdenden letzten Wegstück" eine derartige Zuneigung und Güte zu erfahren, wie er sie sich nicht vorgestellt habe.

Das neunzeilige Schreiben des ehemaligen Oberhauptes der Katholiken vermittle "starke, wahre und informelle Worte", freuten sich die Zeitungsmacher.

Seit seinem Rücktritt aus Altersgründen im Jahr 2013 - dem ersten eines Papstes in der Neuzeit - lebt Joseph Ratzinger weitgehend zurückgezogen in einem kleinen Kloster im Vatikan. Bei ihm ist sein Privatsekretär Georg Gänswein, der 2016 gesagt hatte, dass Benedikt "wie eine Kerze langsam und in Ruhe" verlösche.

Ein hoher Prälat im Vatikan erklärte im vergangenen Jahr, der emeritierte Papst habe die Kontrolle über seine Hände verloren, könne kein Klavier mehr spielen und sei in seiner Sehfähigkeit stark eingeschränkt. Er sei aber "geistig vollkommen klar" und erinnere sich "an alles".

Aus dem Vatikan verlautet, Benedikt zelebriere jeden Tag die Messe, bete viel, empfange ab und zu Besucher und beantworte seine umfangreiche Korrespondenz. Am Abend hört er demnach Fernsehnachrichten, außerdem erhalte er mehrere katholische Tageszeitungen und theologische Publikationen. Seinen 91. Geburtstag feiert der im bayerischen Marktl geborene Benedikt am 16. April.

ala/dpa/AFP

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Larnaveux 07.02.2018
1. Zweiter deutscher Papst
Zitat: "Demnach bereitet sich Joseph Ratzinger, der als zweiter deutscher Papst in die Geschichte einging, auf den Tod vor." Mit dem "wer ist deutsch?" ist das zwar so eine Sache in der Geschichte, wenn man Jahrhunderte zurückgeht, aber in der Geschichtsschreibung gilt Benedikt XVI. nicht einmal annähernd als zweiter deutscher Papst. Ein Beispiel für eine Liste deutscher Päpste: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_deutschen_Päpste Wie gesagt, das Heilige Römische Reich (HRR) kannte gerade in der Frühzeit kein "Deutsch" im Sinne einer Nation, aber in der Geschichtsschreibung werden auch die Päpste des Mittelalters rückwirkend oft heutigen Nationen zugeschrieben, obwohl die Nationalstaaten erst in der Folge entstanden. Und so gibt es reichlich deutsche Päpste in dieser Zeit. Wie sich in dem Beitrag die Zählung "zweiter deutscher Papst" ergibt, ist somit völlig unklar, da der einzige Papst, der in der Neuzeit aus dem HRR kam (Hadrian VI.), nicht eindeutig Deutschland oder den Niederlanden zugerechnet werden kann. Benedikt XVI. wünsche ich eine geruhsame letzte Lebenszeit.
saaman 07.02.2018
2. Der zweite Deutsche im Papstamt...
hat mit der Tradition und Würde des Amtes gebrochen, die darin besteht, auf Lebenszeit dieses Amt - und sei es noch so schwer - zu tragen. Sein Vorgänger hat, in seinen letzten Jahren schwer krank, gezeigt, dass auch der Papst ein schweres Kreuz bis zum Ende zu tragen hat. Nein, Karl-Josef Ratzinger war und ist nicht überzeugend.
gammoncrack 08.02.2018
3. Genau. Ich empfehle SPON einmal
Zitat von LarnaveuxZitat: "Demnach bereitet sich Joseph Ratzinger, der als zweiter deutscher Papst in die Geschichte einging, auf den Tod vor." Mit dem "wer ist deutsch?" ist das zwar so eine Sache in der Geschichte, wenn man Jahrhunderte zurückgeht, aber in der Geschichtsschreibung gilt Benedikt XVI. nicht einmal annähernd als zweiter deutscher Papst. Ein Beispiel für eine Liste deutscher Päpste: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_deutschen_Päpste Wie gesagt, das Heilige Römische Reich (HRR) kannte gerade in der Frühzeit kein "Deutsch" im Sinne einer Nation, aber in der Geschichtsschreibung werden auch die Päpste des Mittelalters rückwirkend oft heutigen Nationen zugeschrieben, obwohl die Nationalstaaten erst in der Folge entstanden. Und so gibt es reichlich deutsche Päpste in dieser Zeit. Wie sich in dem Beitrag die Zählung "zweiter deutscher Papst" ergibt, ist somit völlig unklar, da der einzige Papst, der in der Neuzeit aus dem HRR kam (Hadrian VI.), nicht eindeutig Deutschland oder den Niederlanden zugerechnet werden kann. Benedikt XVI. wünsche ich eine geruhsame letzte Lebenszeit.
den SPON-Artikel http://www.spiegel.de/panorama/kirchengeschichte-die-qualen-der-deutschen-paepste-a-352190.html aus 2005.
Mardor 08.02.2018
4. Quark
Zitat von saamanhat mit der Tradition und Würde des Amtes gebrochen, die darin besteht, auf Lebenszeit dieses Amt - und sei es noch so schwer - zu tragen. Sein Vorgänger hat, in seinen letzten Jahren schwer krank, gezeigt, dass auch der Papst ein schweres Kreuz bis zum Ende zu tragen hat. Nein, Karl-Josef Ratzinger war und ist nicht überzeugend.
Entschuldigung, aber das ist salbungsvoller Unsinn, den Sie hier von sich geben - mal abgesehen davon, dass Sie noch nicht einmal in der Lage sind, den bürgerlichen Namen des emeritierten Papstes, Joseph Aloisius Ratzinger, richtig wiederzugeben - nix mit "Karl-Josef"! Überkommene Traditionen sind nicht per se richtig und erhaltenswert. Das öffentliche Dahinsiechen von JP II war ein Trauerspiel, das mit Würde nichts mehr zu tun hatte. Ratzingers Schritt war goldrichtig.
skeptikerin007 08.02.2018
5. Man sieht es,
Zitat von saamanhat mit der Tradition und Würde des Amtes gebrochen, die darin besteht, auf Lebenszeit dieses Amt - und sei es noch so schwer - zu tragen. Sein Vorgänger hat, in seinen letzten Jahren schwer krank, gezeigt, dass auch der Papst ein schweres Kreuz bis zum Ende zu tragen hat. Nein, Karl-Josef Ratzinger war und ist nicht überzeugend.
....sie sind nicht katholisch, sonst hätten sie den Namen vom Papst gewusst. So eine blödsinnige Siehtsweise. Warum sollte der erste Mann der katholischen Kirche krank, unter Umständen geistig nicht mehr an der Höhe von Betreuer und Berater präsentiert werden. Macht abgeben ist schwer, wir können bei uns sehen, wie die Bundeskanzlerin ihre Partei und ihre Leute wegen Machterhalt verkauft. Dann lieber so, wie Joseph Aloisius Ratzinger, auch wenn sein Nachfolger viele Katholiken abstößt.
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