Katholische Kirche Papst Franziskus bittet Missbrauchsopfer um Vergebung

Papst Franziskus hat sich bei den Opfern von sexuellem Missbrauch durch Geistliche entschuldigt. Der Pontifex fand deutliche Worte für die Taten. Er wolle keinen Schritt zurück machen und "Sanktionen verhängen".

  Papst Franziskus: "Persönlicher und moralischer Schaden"
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Papst Franziskus: "Persönlicher und moralischer Schaden"


Rom - Papst Franziskus hat die Opfer von Kindesmissbrauch durch Priester in der katholischen Kirche um Vergebung gebeten. Der Pontifex traf sich am Freitag mit einer Kinderhilfsorganisation in Rom und fand deutliche Worte für seine Entschuldigung. "Ich fühle mich gerufen, um Vergebung zu bitten für alles Böse, für all den Schaden, den einige Priester angerichtet haben, für die Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern."

Die Kirche sei sich der schlimmen Folgen bewusst. "Es ist ein persönlicher und moralischer Schaden, verübt durch Männer der Kirche", sagte Franziskus. Er wolle keinen Schritt zurück machen bei der Behandlung des Problems und der Bestrafung der Täter. Es würden "Sanktionen verhängt".

Die katholische Kirche war im Jahr 2010 von einem Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen erschüttert worden. In den vergangenen Monaten hatten Opfergruppen den Papst wiederholt dafür kritisiert, sich nicht deutlicher zu dem Thema geäußert zu haben. Auch wurde dem Oberhaupt der katholischen Kirche vorgeworfen, weder in Italien noch bei seinem Brasilien-Besuch im vergangenen Juli Betroffene empfangen zu haben. Zuletzt hatte die Uno der Kirche ein dramatisch schlechtes Zeugnis im Umgang mit dem Thema ausgestellt.

Kurz nach seinem Amtsantritt vor etwa einem Jahr hatte Franziskus angekündigt, entschlossen vorgehen zu wollen. Im Dezember 2013 hatte er eine Kommission gegen Kindesmissbrauch eingerichtet.

som/gam/dpa/AFP/Reuters

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