Karfreitagsliturgie Papst am Boden

Karfreitagsliturgie im Petersdom: An einem der höchsten christlichen Feiertage setzt der Papst ein Zeichen der Demut.

DPA

Vor Hunderten Gläubigen hat Papst Franziskus im Petersdom die traditionelle Karfreitagsliturgie geleitet. Zu Beginn des von Stille geprägten Gottesdienstes betete das Kirchenoberhaupt als Zeichen äußerster Demut ausgestreckt auf dem Boden liegend.

Am Kolosseum verfolgte das Kirchenoberhaupt am Freitagabend zusammen mit Zehntausenden Gläubigen die stimmungsvolle Prozession, mit der an die Leidensstationen Jesu erinnert wird.

Wenige Tage nach dem blutigen Terror von Brüssel war das Gebiet um das antike Amphitheater weiträumig abgesperrt worden, italienische Anti-Terror-Einheiten waren mit Spürhunden im Einsatz.

Extremisten schändeten den Namen Gottes und benutzen ihn dazu, ihre unerhörte Gewalt zu rechtfertigen, sagte Franziskus am Ende der 14 Stationen, die mit Hunderten Kerzen beleuchtet waren.

Wie bereits am Gründonnerstag bei der Fußwaschung, die der 79-Jährige in diesem Jahr bei Flüchtlingen vorgenommen hatte, verurteilte Franziskus erneut die Waffenhändler, "die den Glutofen der Kriege mit dem unschuldigen Blut der Brüder und Schwestern beschicken".

Gleichzeitig mahnte Franziskus am Karfreitag an, dem derzeitigen Flüchtlingsdrama nicht gleichgültig und gefühlskalt gegenüberzustehen. Das Mittelmeer und die Ägäis seien "zu einem unersättlichen Friedhof geworden, ein Bild unseres abgestumpften und betäubten Gewissens", sagte er.

mka/dpa

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